Das Louvre empfängt diesen Herbst mit einer bislang einzigartigen Ausstellung, die sich der spanischen Barockskulptur widmet und den Titel trägt "Sculpter la couleur - Meisterwerke des Museo Nacional de Escultura, Valladolid". Gezeigt wird sie im Halle Napoléon im 1. Arrondissement von Paris, vom 7. Oktober 2026 bis zum 25. Januar 2027, und sie vereint 23 herausragende Skulpturen, alle ausgeliehen vom Museo Nacional de Escultura de Valladolid, dem spanischen Nationalmuseum für Skulptur, im Rahmen einer exklusiven Partnerschaft.
Besondere Eigenschaft: Diese Ausstellung wird gleichzeitig und im selben Raum wie die Retrospektive zu Francisco de Zurbarán präsentiert, mit einer gemeinsam konzipierten Szenografie, die Blickbezüge zwischen den beiden Disziplinen ermöglicht. Zwei Ausstellungen zum Preis von einem Ticket, und ein seltener künstlerischer Dialog, der diesen Herbst in Paris nicht verpasst werden darf.
Im Zentrum dieser Ausstellung steht eine ganz besondere Kunst des spanischen Barock: die polychromierte Holzskulptur religiösen Charakters. Diese Werke mit atemberaumendem Naturalismus sollten die spirituelle Emotion der Gläubigen wecken und Heilige, Christus am Kreuz sowie die Jungfrau mit einer anatomischen Präzision und einer dramatischen Intensität darstellen, die sich mit den größten Gemälden derselben Epoche messen lässt. Malerei und Skulptur standen zu jener Zeit in enger Verbindung, wie die Praxis von Künstlern wie Alonso Cano belegt, die beide Disziplinen gleichzeitig pflegten. Genau dieses dialogische Wechselspiel macht die Ausstellung sichtbar, indem sie diese Werke in direkten Vergleich zu den Gemälden von Zurbarán, Velázquez oder Murillo stellt. Für weitere Einblicke zu diesem Thema finden Sie unsere Auswahl der Malereiausstellungen, die man in Paris und Île-de-France nicht verpassen sollte.
Der Ausstellungs-Höhepunkt ist ein paso de procession complet von Gregorio Fernández, ein monumentales Ensemble aus fünf lebensgroßen, skulptierten und bemalten Figuren aus dem frühen 17. Jahrhundert, das in menschlicher Höhe präsentiert wird, damit Besucher es aus unmittelbarer Nähe betrachten können. Diese Passos, die für die Trägerprozessionen in der Karwoche konzipiert sind, gehören in Valladolid zur Spezialität. Ein solches Ensemble in Paris zu sehen, in der Halle Napoléon, ist ein Ereignis.
Zu den weiteren bedeutenden Leihgaben, alle in Frankreich noch nie gesehen, zählt das Cristo de la Luz von Gregorio Fernández, ein Christus am Kreuz in lebensgroßem, beunruhigend naturalistischem Stil, ebenso wie das Saint Jean Baptiste, ein Meisterwerk von Alonso Cano. Zwei jüngst Ankäufe des Museums, spektakulär restauriert, stehen ebenfalls auf dem Programm: die Jungfrau und Kind mit dem heiligen Johannes dem Täufer von Luisa Roldán und die Immaculée Conception von Pedro de Mena (1680).
Der Rundgang gliedert sich in mehrere thematische Achsen: den Kult der Reliquien und die Rolle der Heiligen als Fürsprecher, die gekleideten Statuen, die Darstellung der Leiden Christi und der Jungfrau Maria, die private Andacht und die Unbefleckte Empfängnis. Eine Herangehensweise, die die Nutzungen dieser Skulpturen, ihre Materialität, regionale Nuancen und die Persönlichkeit der großen Bildhauer Castiliens und Andalusiens erkunden lässt. Herausragend ist insbesondere Luisa Roldán, eine der wenigen Künstlerinnen der Epoche, die es bis an den spanischen Königshof geschafft hat, neben Gregorio Fernández, Alonso Cano, Juan de Mesa, José de Mora, Pedro de Mena, Pedro Roldán und José de Arce.
Das Museo Nacional de Escultura in Valladolid zählt zu den besten Sammlungen Europas und gehört zweifellos zu den führenden Beständen polychromierter Holzschnitzkunst des Kontinents – mit mehr als 3.000 Objekten. Gegründet im Jahr 1842, befindet es sich im ehemaligen Kolleg Saint-Grégoire, einem historischen Bauwerk im Isabellin-Stil, und führt seinen heutigen Namen seit 1933. Dass dieses Museum bereit ist, 23 bedeutende Stücke nach Paris auszuleihen – darunter mehrere, die bisher nie Spanien verlassen haben – spiegelt die Bedeutung dieser Partnerschaft mit dem Louvre wider.
Die Ausstellung steht unter dem Kuratortatrt Valérie Carpentier-Vanhaverbeke, Chefkuratorin der Abteilung Skulpturen am Louvre, in Zusammenarbeit mit Alejandro Nuevo Gómez, Direktor des Museo Nacional de Escultura. Sie wendet sich gleichermaßen an Liebhaber barocker Kunst wie an Neugierige, die sich für eine Form der Skulptur interessieren, die der breiten französischen Öffentlichkeit noch wenig bekannt ist. Der Eintritt ist im Standardticket des Louvre enthalten, 22 € für Einwohnerinnen und Einwohner des EWR (32 € außerhalb des EWR), kostenlos für unter 18 Jahre sowie für unter 26 Jahre, die Staatsangehörige oder Einwohner des EWR sind. Das Museum ist täglich geöffnet, außer dienstags. Eine Reservierung wird über die offizielle Ticketstelle empfohlen.
Termine und Öffnungszeiten
Von 7. Oktober 2026 bis 25. Januar 2027
Standort
Louvre-Museum
musée du louvre
75001 Paris 1
Zugang
Metro Palais Royal - Louvre-Museum
Tarife
Moins de 26 ans UE / 18 hors UE : Kostenlos
Plein tarif UE : €22
Plein tarif hors UE : €32
Offizielle Seite
www.louvre.fr
Reservierungen
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