Wenn Sie bereits einen Film gesehen haben, dessen Handlung in Paris spielt, besteht eine gute Chance, dass Ihnen die Bir-Hakeim-Brücke bekannt vorkommt. Christopher Nolan hat dort unter anderem für Inception seine Kameras aufgestellt, und man versteht, warum: Mit seiner beeindruckenden Perspektive von Metallkolonnen unter dem Viadukt der U-Bahn und dem Eiffelturm im Hintergrund besitzt diese Brücke eine Kulisse, die das Kino kaum ignorieren konnte.
Seine Geschichte beginnt mit der Weltausstellung 1878. Eine erste für Fußgänger bestimmte Metallbrücke, die man als Passerelle de Passy bezeichnete, wird errichtet, um die Seine zu überqueren. Ursprünglich provisorisch, bleibt sie schließlich mehrere Jahrzehnte bestehen. Doch am Anfang des 20. Jahrhunderts ändert sich das Tempo in Paris: Die Metro entwickelt sich, und die alte Brücke reicht nicht mehr aus. Die Errichtung eines neuen Bauwerks wird daraufhin beschlossen.
Die heute bekannte Brücke entstand zwischen 1903 und 1905 unter der Leitung des Ingenieurs Louis Biette, wobei ein Teil der architektonischen und dekorativen Arbeiten Jean-Camille Formigé übertragen wurde. Ihre Besonderheit fällt sofort ins Auge: Der Passy-Viadukt ist auf zwei Ebenen konzipiert.
Unten bewegen sich Fußgänger, Radfahrer und Autos, während oben die Züge der U-Bahn vorbeirauschen, heute Linie 6. In der Mitte erstreckt sich eine überdachte Fußgängerpromenade unter dem Viadukt und enthüllt jene berühmt gewordene Reihe metallischer Stützen, die zu eine der meistfotografierten Perspektiven von Paris gehört.
Der Schmuck verdient ebenfalls, dass man den Blick nach oben richtet! Auf den Pfeilern finden sich die von Gustave Michel gestalteten Skulpturengruppen, die Nauten und Schmiede‑Riveter repräsentieren. In der Nähe des zentralen Bogens vervollständigen vier große allegorische Figuren das Ganze: Wissenschaft und Arbeit, von Jules-Félix Coutan gestaltet, sowie Elektrizität und Handel, von Jean-Antoine Injalbert geschaffen. Die Arbeit verbindet somit technische Meisterleistung mit monumentalem Dekor – ganz im Geist des Paris der frühen 20er Jahre.
Sein Name erinnert an eine ganz andere Seite der französischen Geschichte. Jahrzehntelang war das Bauwerk unter dem Namen Viadukt von Passy bekannt. Erst 1949 wird es zum Pont de Bir-Hakeim, zu Ehren der Bataille von Bir Hakeim, die in Libyen vom 27. Mai bis 11. Juni 1942 stattfand. Die Freien Französischen Streitkräfte unter General Koenig wehrten sich dort mehrere Tage gegen die deutsch-italienischen Truppen, wodurch diese Schlacht zu einem der symbolischen Kapitel des freien Frankreich im Zweiten Weltkrieg wurde.
Die Brücke Bir-Hakeim gönnt Spaziergängern endlich eine kleine Abzweigung: Von ihrem zentralen Mittelstreifen aus führen Treppen direkt zur 'Île aux Cygnes, jener schmalen Promenade, die mitten in der Seine angelegt ist. Mit ihrem atemberaubenden Blick auf den Eiffelturm ist der Ort ideal, um die großen, populären Ereignisse in Paris zu erleben!
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Standort
Bir-Hakeim-Brücke
Pont de Bir-Hakeim
75015 Paris 15
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