Der Passage Jouffroy gehört zweifellos zu den schönsten Passagen in Paris. Doch hier trifft man auch auf einen Ort voller skurriler Geschichten. Erbaut im Jahr 1846, zeichnet er sich nicht nur durch seine einzigartige Architektur aus, sondern auch durch einige überraschende Anekdoten. Hier findet man Spuren des allerersten Fast-Food-Ladens in Paris und die geheimnisvolle Geschichte eines Goldbarren. Wir erzählen Ihnen die Geheimnisse dieses emblematischen Passages!
Der Passage ist bemerkenswert, denn er gehört zu den frühesten Pariser Passagen, die vollständig aus Metall und Glas errichtet wurden. Eröffnet im Jahr 1846, spiegelt er die technischen Fortschritte der Zeit wider, insbesondere durch seine Glasdachkonstruktion, die den gesamten Gang mit natürlichem Licht durchflutet. Dieser Ort ist zu einem Vorbild für die anderen Pariser Passagen geworden, er kombiniert Eleganz und Modernität und schützt seine Besucher zugleich vor Regen.
Im Jahr 1851 sorgt eine Gesellschaft namens »Société des Lingots d’Or« für Aufsehen, indem sie eine Lotterie veranstaltet, bei der der Hauptpreis aus einem Goldbarren besteht, der öffentlich in einer Vitrine des Passagens ausgestellt wird. Dieser Barren, der auf 400 000 Francs geschätzt wird, zieht eine Menschenmenge Neugieriger an. Doch diese Lotterie sollte sich als Täuschung herausstellen. Der Barren wird niemals an einen Gewinner übergeben, und diese Geschichte bleibt als einer der Skandale rund um das Passagenviertel in Erinnerung.
Das ursprüngliche Ziel war, die Auswanderung von Pariser Arbeitslosen nach Kalifornien während des Goldrausches zu finanzieren, doch die Ergebnisse blieben weit hinter den Versprechen zurück... Diese Karikatur, die die misslungene Lotterie beschreibt, zeigt eine amüsante Szene, in der eine frisch in Kalifornien angekommene bürgerliche Familie von ihren Dienern verlassen wird, die sich sofort zu den Goldminen stürzen. Diese Szene veranschaulicht treffend den kollektiven Wahnsinn jener Zeit, in dem jeder davon träumte, reich zu werden.
Ja, und es gehört zu den Kuriositäten des Durchgangs. Nach dem Konkurs der berühmten Goldbarrenfirma verwandelt sich das Geschäft 1853 in ein "Buffet Américain", den Vorläufer der Schnellrestaurants. Dieses aus den Vereinigten Staaten importierte Konzept, bei dem die Kundschaft schnell stehendes, einfaches Essen am Tresen zu sich nimmt.
Diese Art der Schnellgastronomie war in Paris zu jener Zeit völlig neu. Sie gilt als Vorläufer des heutigen fast-food, und der Passage Jouffroy bewahrt diese Erinnerung als Ort der Gründung dieses ersten Betriebs.
Der Passage ist auch bekannt für seine einzigartigen und historischen Boutiquen. Zum Beispiel die Galerie Segas, 1975 eröffnet, spezialisiert auf den Verkauf von Sammlerstöcken. Dort finden Sie seltene Modelle, gefertigt aus luxuriösen Materialien wie edlem Holz, Elfenbein oder Perlmutt.
Es gibt außerdem Pain d’Epices, ein Laden für traditionelles Spielzeug, der die Kindheit wiederaufleben lässt – mit Puppenstuben und Holzpferden. Schließlich bietet für Antiquitätenliebhaber die Maison du Roy eine Auswahl an Einrichtungsgegenständen aus dem XVIII. Jahrhundert.
DasHotel Chopin liegt im Herzen der Passage Jouffroy und zieht sofort die Aufmerksamkeit auf sich. Seine Holzfassade, die zu den historischen Monumenten gehört, versetzt uns in eine andere Epoche. Sein Name erinnert an einen der emblematischsten Künstler der Romantik im 19. Dieser geschichtsträchtige Ort ist eines der ältesten Pariser Hotels und eine schöne Etappe, die Sie bei einem Spaziergang durch die gedeckten Passagen der Hauptstadt entdecken können.
Der Passage Jouffroy ist ein Ort, der bei Filmemachern besonders beliebt ist. Mehrere Filme wurden dort gedreht, darunter "The Tourist" (2010) mit Angelina Jolie und Johnny Depp. 2016 war es "Adopte un veuf" mit André Dussollier, der diese Passage als Kulisse nutzt. Seine zeitlose Schönheit und das zugleich historische wie parisische Flair machen ihn zum idealen Schauplatz fürs Kino.
Das 1885 eröffnete Musée Grévin spielt eine zentrale Rolle für den Bekanntheitsgrad der Passage Jouffroy. Das Wachsfigurenmuseum, das sich an einem der Ausgänge der Passage befindet, zieht viele Besucher an, die bei dieser Gelegenheit auch die umliegenden Geschäfte erkunden. Seine Anwesenheit trägt dazu bei, dass die Passage über die Jahrzehnte hinweg belebt und charmant bleibt.
Die Passage Jouffroy hat zwei Haupteingänge. Der erste befindet sich am Boulevard Montmartre 10-12, in der Nähe des Musée Grévin. Der zweite Eingang befindet sich in der 13 rue de la Grange-Batelière und bietet eine etwas unauffälligere, aber ebenso charmante Alternative. Um mit den öffentlichen Verkehrsmitteln dorthin zu gelangen, sind die nächstgelegenen Metrostationen Grands Boulevards (Linien 8 und 9) und Richelieu-Drouot (Linie 8), die den Zugang aus allen Ecken von Paris erleichtern.
Kurzum, wie wäre es mit einem Spaziergang durch die Passage Jouffroy , um ihre Schätze zu entdecken? Sie ist Zeuge faszinierender Geschichten, Skandale und Innovationen, die die Stadt geprägt haben. Sie ist ein Ort, an dem man flanieren, außergewöhnliche Geschäfte entdecken und sich vielleicht daran erinnern kann, dass unter diesem Glasdach einst ein (falscher) Goldbarren Tausende von Parisern zum Träumen brachte!
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Termine und Öffnungszeiten
Nächste Tage
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Freitag :
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Dienstag :
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Mittwoch :
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Standort
Jouffroy-Passage
10-12 Boulevard Montmartre
75009 Paris 9
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