Dieses berühmte Pariser Krankenhaus begann einst als... eine Kanonenpulverfabrik.

Von Rizhlaine de Sortiraparis · Aktualisiert am 10. Februar 2026 um 14:26
Wussten Sie, dass eines der größten Krankenhäuser in Paris einst eine Kanonenpulver-Fabrik war? Ein Blick auf die erstaunliche Verwandlung im Herzen der Stadt.

La Salpêtrière. Der Name klingt auf den ersten Blick ungewöhnlich für ein Krankenhaus. Doch er bietet einen faszinierenden Hinweis auf die Vergangenheit dieses Ortes. Er bezieht sich auf das Salpeter, einen entscheidenden Bestandteil für die Herstellung von Schießpulver, dessen Gewinnung und Produktion in früheren Zeiten eine strategische Bedeutung für das Königreich Frankreich hatte.

Bevor das Gelände heute Ärzten und Patienten dient, lag es damals am Rande von Paris. Dort wurde Salpeter hergestellt und gelagert, in weiten, isolierten Gebäuden, die für diese empfindliche Produktion bestens geeignet waren. Der Name ist erhalten geblieben und erinnert noch heute diskret an eine Funktion, die längst vergessen ist. Salpeter war nur schwer zu beschaffen. Es wurde mittels komplizierter Verfahren gewonnen, oft aus natürlichen, verfallenden Materialien. Eine wenig prestigeträchtige, aber damals unerlässliche Tätigkeit.

Diese Einrichtung hat das Gesicht des Ortes nachhaltig geprägt. Selbst nach dem Ende dieser Aktivität trägt la Salpêtrière ihren Namen weiter. Im 17. Jahrhundert beginnt eine neue Phase der Umgestaltung: 1656 wird sie in das Hôpital Général de Paris eingegliedert. Von nun an entwickelt sie sich zu einer großen Einrichtung, die Frauen in Not aufnimmt — Obdachlose, Waisen oder gesellschaftlich Ausgestoßene.

Damals war die Salpêtrière noch kein Krankenhaus im heutigen Sinne. Es war eher ein Ort der Unterbringung und Überwachung, ein Spiegelbild der sozialen Politiken jener Zeit. Die Lebensbedingungen waren schlicht und manchmal hart, wobei einige Geschichten, die im Lauf der Jahre überliefert wurden, wahrscheinlich eher in den Bereich der Volksmärchen fallen.

Im 19. Jahrhundert vollzog die Salpêtrière den Wandel zur modernen Medizin. Sie entwickelte sich zu einem führenden Krankenhauszentrum, maßgeblich geprägt durch die Arbeiten des Neurologen Jean-Martin Charcot, der ihr weltweiten Ruf einbrachte. Heute ist die ehemalige Salpêtrière in das Krankenhaus der Pitié-Salpêtrière integriert und gehört zu einem riesigen medizinischen Komplex, der oft als größtes öffentliches Krankenhaus Europas bezeichnet wird – sowohl aufgrund seiner Fläche, der Vielzahl an Gebäuden als auch der Vielfalt an Fachrichtungen.

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Praktische Informationen

Standort

47-83 boulevard de l'Hôpital
75013 Paris 13

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