Und was, wenn einer der künftigen Kulturorte, die das kleine Pariser Umland beleben sollen, sich in einem alten Art-déco-Schwimmbad verstecken würde? In Saint-Denis, dem ehemaligen städtischen Schwimmbad Félix-Faure, gelegen am Boulevard Félix-Faure, hat seit Langem kein Schwimmer mehr das Becken betreten. Doch hinter seinen verschlafenen Mauern bewahrt das Gebäude noch die Eleganz der 1930er-Jahre, die Erinnerungen von Generationen Dionysiens und ein beachtliches Potenzial, kulturell erneut Wellen zu schlagen…
Eröffnet im Jahr 1933 war das Schwimmbad die erste Anlage dieser Art im nordöstlichen Vorort von Paris. Das Projekt orientierte sich unter anderem an dem berühmten Schwimmbad von Butte-aux-Cailles in Paris, mit einem 33 Meter langen Becken, Umkleidekabinen, Duschen und einem Rundweg, der den Bewegungsfluss der Badegäste zu lenken versucht.
Sein Art-déco-Stil lässt sich an mehreren Merkmalen erkennen: geometrische Linienführung, der Einsatz von Stahlbeton, eine Vorliebe für monumentale Volumen und zurückhaltete, doch sehr markant gezeichnete Dekorelemente. Das Gebäude gliedert sich in zwei Bauteile: eines dem Becken gewidmet, konzipiert als „Kathedralenraum“ mit einer Bogendecke aus Beton, das andere für Duschen und Umkleiden bestimmt. Eine elegante Terrasse, schmiedeeiserne Geländer im Art-déco-Stil und alte Maschinenteile im Untergeschoss vervollständigen das Ensemble.
Nach der Aufgabe im Jahr 1988 und der endgültigen Schließung 1996 hätte das Félix-Faure-Schwimmbad nur noch als Erinnerung bestehen können. Doch das Gebäude wurde im Rahmen des Projektaufrufs Inventons la Métropole du Grand Paris ausgewählt, mit dem Ziel, daraus einen Ort des Austauschs sowie der künstlerischen und kulturellen Entfaltung zu schaffen. Das Siegerprojekt, genannt Grand Bassin, sieht vor, Becken und Außenfassade zu erhalten und zu sanieren, während der Standort zu einem kulturellen Zentrum umgestaltet wird.
Das Vorhaben zielt auf eine öffentliche Wiedereröffnung ab und entwirft einen hybriden Ort auf rund 3 000 m², der kulturell, touristisch und verbindend wirkt. Das ehemalige Schwimmbad soll vielfältige Nutzungen beherbergen, im Geiste des Treffens und des gemeinschaftlichen Lebens. Werkstätten, Ausstellungen, Konzerte, Aufführungen und Performances sollen das Leben in diesem neuen multidisziplinären Raum prägen. Eine Residenz, zwischen Hotel, Gästehaus und Jugendherberge, ist ebenfalls vorgesehen. Die Wiederbelebung des Ortes hat auch die Unterstützung der Mission Patrimoine erhalten, mit einer Zuwendung von 260 000 Euro über den Loto du patrimoine. Es bleibt nur, den Fortschritt genau zu verfolgen.
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