Die "Catacombes interdites" gehören zu den am stärksten fantasierten Orten in Paris. Kilometerlange Galerien, geheime Räume, aus Stein gemeißelte Skulpturen, Durchgänge, getaucht in Dunkelheit... Dieser Ruf pflegt eine weit verbreitete Vorstellung: Die berühmten Catacombes de Paris seien nur ein verschwindend kleiner Teil eines riesigen verborgenen Netzes unter der Hauptstadt.
Diese Behauptung ist wahr... doch verdient sie einige Erläuterungen. Denn obwohl sich unter der Hauptstadt tatsächlich ein weites Netz von Stollen und Höhlen erstreckt, ist heute nur ein sehr kleiner Teil davon für die Öffentlichkeit zugänglich. Um Ihre Neugier zu befriedigen ohne Sie in Gefahr zu bringen, erzählen wir Ihnen, was sich unter der Stadt des Lichts verbirgt.
Entgegen dem, was ihr Name vermuten lässt, wurden die Catacomben nicht angelegt, um Bestattungen aufzunehmen. Das Pariser Untergrundnetz besteht aus alten Kalksteinbrüchen, die bereits in der gallo-römischen Zeit genutzt wurden und vor allem zwischen dem Mittelalter und dem 18. Jahrhundert entstanden.
Das aus diesen Galerien gewonnene Gestein diente dem Aufbau eines Großteils der Pariser Monumente, von Notre-Dame-de-Paris bis zu den Privathäusern der Hauptstadt. Im Laufe der Jahrhunderte formten diese verlassenen Steinbrüche ein wahrhaftiges Labyrinth, das auf fast 300 km Galerien unter dem Pariser Stadtgebiet geschätzt wird und zudem weitere Netze in der nahen Umgebung umfasst.
Ende des 18. Jahrhunderts wird ein Teil dieser Steinbrüche ausgewählt, um die Skelettreste aus den pariser Friedhöfen aufzunehmen, die unhygienisch geworden sind. Aus diesem Ossarium gehen die berühmten Katakomben.
Die Katakomben von Paris, gelegen an der Place Denfert-Rochereau im 14. Arrondissement, bilden den einzigen offiziell für Besucher geöffneten Rundgang. Errichtet ab 1786, empfängt das städtische Ossarium nach und nach die Überreste von mehreren Millionen Parisern, die aus älteren Friedhöfen exhumiert wurden, insbesondere dem des Innocents.
Heute erstreckt sich der Rundgang über rund 1,5 Kilometer, davon fast 800 Meter dem Ossarium gewidmet. Die Besucher entdecken dort sorgfältig geordnete Knochenreihen, Historische Tafeln, alte Steinmetzinschriften und mehrere Säle, die die geologische und funeräre Geschichte von Paris nachzeichnen. Insgesamt geht man davon aus, dass die Überreste von mehr als 6 Millionen Menschen in diesem weltweit einzigartigen Ossarium ruhen.
Ja, aber sie entsprechen nicht dem, was viele sich vorstellen. Die nahezu vollständige Mehrheit der alten Steinbrüche unter Paris ist für die Öffentlichkeit geschlossen. Seit einer Verordnung des Präfekten aus dem Jahr 1955 ist ihr Zugang verboten, außer bei besonderer Genehmigung. Diese Regelung dient vor allem dem Schutz der Menschen: Einige Galerien sind instabil, andere überflutet, schlecht belüftet oder im Fall eines Unfalls schwer zu evakuieren.
Diese verbotenen Bereiche sind jene, die gelegentlich von den Cataphilen frequentiert werden, jenen Liebhabern, die das Untergrundnetz heimlich erkunden. Entgegen verbreiteter Mythen gibt es nicht riesige geheime Friedhöfe unter ganz Paris. Die Mehrheit dieser Galerien besteht aus alten Steinbrüchen, die im Laufe der Zeit von ihren heimlichen Besuchern ausgebaut wurden.
Der illegale Abbau von Steinbrüchen hat eine echte Unterirdische Kultur hervorgebracht. Seit Jahrzehnten pflegen einige Cataphilen die Anlagen und verschönern einige Räume. Dort findet man Skulpturen aus Stein, Fresken, Bänke, improvisierte Bibliotheken oder auch witzige Plaketten.
Zu den bekanntesten Räumen zählt ein geheimes Kino, das 2004 unter dem Palais de Chaillot entdeckt wurde. Die Beamten fanden dort eine Leinwand, Sessel, ein Vorführsystem und sogar eine rudimentäre Bar. Die Installationen waren wenige Tage später wieder verschwunden und hinterließen lediglich eine Botschaft: "Sucht uns nicht". Diese Entdeckung hat maßgeblich zur Verbreitung der Legende von den geheimen Pariser Katakomben beigetragen.
Warum ist der Zutritt verboten?
Über die Vorschriften hinaus sind die Risiken real: Das Netz bildet ein komplexes Labyrinth, in dem man sich leicht verirrt. Manche Stollen führen zu Schächten, in überflutete Bereiche oder in durch die Zeit geschwächte Zonen. Die Kommunikationsmittel dort sind stark eingeschränkt, und Rettungskräfte können Schwierigkeiten haben, schnell zu intervenieren.
Um das Verbot durchzusetzen, sorgt eine spezialisierte Brigade der Polizeipräfektur dafür, regelmäßig Kontrollen in den Pariser Stein‑ und Kiesgruben durchzuführen. Wer beim Verstoß ertappt wird, dem droht eine Ordnungswidrigkeit – zusätzlich zu den Gefahren, die das Erkunden selbst mit sich bringt.




In der Praxis ist offiziell nur eine Anlage zugänglich: die Katakomben von Paris, deren Eingang am Denfert-Rochereau-Platz liegt. Der Besuch kostet Eintritt und wird dringend empfohlen, im Voraus zu reservieren, da die Stätte sowohl bei Franzosen als auch bei internationalen Gästen stark nachgefragt wird. Der Rundgang erfordert zunächst das Hinabsteigen über 131 Treppenstufen und anschließend das Wiederaufsteigen über 112 Stufen.
Aufgrund der konstanten Feuchtigkeit und der teils engen Durchgänge ist sie nicht für alle Besucher zugänglich. Die übrigen unterirdischen Galerien von Paris, die "verbotenen Katakomben", bleiben Zugang verboten. Sie nähren dennoch Erzählungen, Dokumentationen und urbane Legenden, die die Pariser Unterwelt zu einem der geheimnisvollsten Orte der Hauptstadt machen.
Dark Tourism, auf Entdeckungsreise zu den gruseligsten Orten in Paris
Hinweis für Liebhaber von kribbelnden Entdeckungen und Dark Tourism: Entdecken Sie die dunkle Seite von Paris an geheimen Orten und Denkmälern mit einer faszinierenden Geschichte. [Mehr lesen]











Dark Tourism, auf Entdeckungsreise zu den gruseligsten Orten in Paris














