Jährlich steigen Millionen von Besuchern die Eiffelturm hinauf, um das Panorama über Paris zu bestaunen. Hinter den Stahlträgern und den Aufzügen, die scheinbar mühelos funktionieren, verbirgt sich eine wahrlich unsichtbare Welt. Die Dame de Fer ist nicht nur ein ikonisches Monument, sondern auch eine Ingenieursleistung, die eine tägliche Wartung und hochentwickelte technische Installationen erfordert.
Seit ihrer Eröffnung im Jahr 1889 funktioniert der Turm wie eine echte Maschine. Dutzende Techniker, Ingenieure und Handwerker arbeiten dort jeden Tag daran, die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten und dieses Meisterwerk aus Metall zu bewahren. Ein Großteil dieser Räume bleibt jedoch für die Öffentlichkeit unzugänglich. Wir zeigen sie Ihnen.
Als Gustave Eiffel seinen Turm zur Einweihung der Weltausstellung 1889 vorstellte, bestand die Herausforderung nicht nur darin, eine mehr als 300 Meter hohe Struktur zu errichten. Vielmehr musste sie auch für Besucher zugänglich gemacht werden. Für die damalige Zeit waren die Aufzüge eine spektakuläre Innovation.
Die größte Schwierigkeit liegt in der Neigung der Stützpfeiler: Die Gondeln müssen einer geneigten Bahn folgen, bevor sie zu den horizontalen Plattformen gelangen. Die Ingenieure entwickeln daraufhin besonders komplexe hydraulische Mechanismen, die den Eiffelturm zu einer weltweiten Ausstellung des französischen Industrie-Know-hows machen würden.
Am Fuß des Turms wurden mehrere Maschinenräume eingerichtet, die dazu dienen, die Aufzüge zu betreiben. Sie beherbergen Hydraulikpumpen, Druckspeicher, Zylinder und Steuerungsanlagen. Am Ende des 19. Jahrhunderts beeindruckt diese Maschinerie ebenso wie die Metallkonstruktion selbst. Es ist ganz einfach: Die Besucher kommen gleichermaßen diese Spitzentechnologie zu bewundern wie die Aussicht von den Etagen zu genießen!
Im Laufe der Jahrzehnte wurden die ursprünglichen Installationen schrittweise durch leistungsstärkere elektrische Systeme ersetzt. Die aktuellen Anlagen, die regelmäßig modernisiert werden, erfüllen äußerst strenge Sicherheitsnormen und bewahren gleichzeitig das Prinzip einer auf die besondere Geometrie der Pfeiler abgestimmten Bewegungsführung.
Zu den am besten erhaltenen Kostbarkeiten zählt die hydraulische Anlage des Aufzugs am Ostpfeiler. In Betrieb genommen gegen Ende des 19. Jahrhunderts und im Verlauf der Jahrzehnte modernisiert, zeugt sie eindrucksvoll von der Ingenieurskunst jener Epoche. Aufgrund ihres kulturhistorischen Wertes wurde diese Anlage classée au titre des monuments historiques im Jahr 1986 zusammen mit dem gesamten Eiffelturm unter Denkmalschutz gestellt.
Und anders als bei vielen Bauwerken seiner Zeit suchte der Eiffelturm nie danach, seine Funktionsweise zu verschleiern. Gustave Eiffel betrachtete vielmehr die Technik als ein Schönheitsmerkmal. Die Nieten, die Stahlträger und sogar die Aufzugsmechanismen trugen zur Ästhetik des Bauwerks bei.
Entgegen dem, was man sich vorstellen könnte, läuft der Eiffelturm nie wirklich still. Jeden Tag greifen spezialisierte Teams in Werkstätten und in technische Räume, die auf verschiedenen Ebenen des Bauwerks verteilt sind, ein. Mechaniker, Metallbauer, Schlosser, Elektriker, Automatisierungstechniker und Aufzugsfachkräfte sorgen für die Wartung der Anlagen, kontrollieren die Ausrüstung und wechseln Verschleißteile, wenn nötig.
Die berühmte Maleraktion rund um die Malerei, die etwa alle sieben Jahre erfolgt, bindet auch Dutzende Arbeiter über viele Monate. Diese Maßnahme ist entscheidend, um die rund 18.000 Metallteile zu schützen, die durch mehr als 2,5 Millionen Nieten zusammengehalten werden und die von Gustave Eiffel entworfene Struktur bilden.
Zu den geheimnisvollsten Räumen gehört ein Bunker in der Nähe der Südstütze. Seine Existenz ist real, auch wenn sie gelegentlich zu stark romantisierten Erzählungen führt. Diese unterirdische Anlage, über einen alten technischen Tunnel mit der Militärschule verbunden, wurde im 20. Jahrhundert errichtet, um Schutz- und Sicherheitsbedürfnisse zu erfüllen.
Im Gegensatz zu mancher Urbanlegende handelt es sich nicht um ein riesiges, unter Paris verborgenes geheimes Gelände, sondern um einen technischen Bereich, dessen Zugang strikt reserviert ist. Seine genaue Lage und seine Ausgestaltung werden zudem aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich im Detail erläutert.
Auf knapp 300 Metern Höhe befindet sich ein weiterer Ort, der seit jeher die Neugier der Besucher weckt: das kleine Privatapartment von Gustave Eiffel. Der Ingenieur empfing hier renomme Gäste, darunter Thomas Edison, der ihn 1889 besuchte. Dieser Raum diente außerdem dazu, wissenschaftliche Experimente durchzuführen, insbesondere in den Bereichen Meteorologie, Aerodynamik und Physik.
Heute wurde die Wohnung mit historischer Möblierung originalgetreu rekonstruiert und durch Wachsfiguren von Gustave Eiffel, seiner Tochter Claire und Thomas Edison ergänzt. Sie ist hinter einer Glasfront vom Turm aus sichtbar, aber es ist nicht mehr möglich, hineinzukommen.
Jenseits der Maschinenräume birgt der Eiffelturm zahlreiche unverzichtbare Räume für seinen Betrieb: Kontrollstände, elektrische Räume, Werkstätten, Materiallager, Sicherheitsvorrichtungen oder auch technische Zugänge, die ein rasches Eingreifen bei Aufzügen und der Struktur ermöglichen.
Diese Räume haben nicht nur historischen Wert. Sie spielen auch heute noch eine wesentliche Rolle im täglichen Betrieb des Denkmals. Der Zugang ist dem befugten Personal vorbehalten, sowohl aus Sicherheitsgründen als auch, um den reibungslosen Betrieb des Turms zu gewährleisten.
Nein. Entgegen gängiger Vorstellungen sind die Maschinenräume, die Instandhaltungswerkstätten, der Bunker und weitere technische Bereiche nicht für die Öffentlichkeit zugänglich; sie bleiben dem Betriebspersonal vorbehalten. Die Betreibergesellschaft des Eiffelturms bietet derzeit keine regelmäßigen Führungen hinter den Kulissen an.
Doch Besucher können weiterhin die verschiedenen Etagen des Turms erkunden, den Panoramablick über Paris genießen und oben das rekonstruierte Appartement von Gustave Eiffel erspähen!
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Standort
Eiffelturm
Avenue Gustave Eiffel
75007 Paris 7
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Infos zur Barrierefreiheit
Zugang
Metro und RER: Linie 6 oder 9 Station "Trocadéro" Linie 6 Station "Bir-Hakeim" RER C Station "Champ de Mars - Tour Eiffel"
Offizielle Seite
www.toureiffel.paris
Reservierungen
www.toureiffel.paris



















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