Über dem Platz Franz-Liszt thront es von seiner großen monumentalen Treppe aus; die Saint-Vincent-de-Paul Kirche gehört zu den Juwelen der neoklassizistischen Architektur des 10. Arrondissement. Im 19. Jahrhundert in einem Viertel errichtet, das sich damals rasant ausdehnte, birgt dieses majestätische Gotteshaus ungeahnte künstlerische Schätze.
Zwischen 1824 und 1844 wurde die Kirche auf dem ehemaligen Saint-Lazare-Gelände errichtet, jenem historischen Boden, auf dem St. Vinzenz von Paul selbst im 17. Jahrhundert das Mutterhaus seiner Ordensgemeinschaft eingerichtet hatte. Mit diesem Bau reagiert sie auf den rasant wachsenden Bevölkerungsdruck im Viertel Chaussée d'Antin und im Faubourg Poissonnière.
Die Bauleitung geht zunächst an Jean-Baptiste Lepère, doch übernimmt schließlich sein Schwiegersohn, der berühmte Architekt Jakob Ignaz Hittorff (zu dem auch die Gestaltung des Place de la Concorde gehört), das Vorhaben und haucht ihm Größe ein – mit seinem Rampensystem, das heute als Gartenanlage genutzt wird.
Inspiriert von den antiken Basiliken und griechischen Tempeln stattete Hittorff dem Gebäude mit einem majestätischen Portikus aus, getragen von reinen ionischen Säulen und zwei imposanten Zwillings-Türmen, die mehr als 54 Meter hoch emporragen.
Wissen Sie, dass die Kirche Saint-Vincent-de-Paul und der Gare du Nord von derselben Person entworfen wurden? Es ist tatsächlich Jacques-Ignace Hittorff, der beide Bauwerke im 10. Arrondissement entworfen hat.
Nachdem er 1844 das religiöse Heiligtum abgeschlossen hatte, erhielt Hittorff von der Compagnie du Nord den Auftrag, die Gare du Nord zwischen 1861 und 1865 neu zu errichten. Die Handschrift des Architekten lässt sich zudem in beiden Gebäuden erkennen: der Einsatz des neoklassizistischen Antikstils und die innovative Einbindung moderner Materialien jener Epoche.
Im Inneren überrascht die Kirche durch ihren reichen Dekor, eine Kühnheit der Epoche, in der der Neoklassizismus weißen Marmor und Schlichtheit bevorzugte. Blicken Sie nach oben zur großen Friese von Hippolyte Flandrin, dieser monumentalen Freske von fast 90 Metern Länge, die auf goldenem Grund die Zentralnave umgibt und eine Prozession von 235 Heiligen zeigt, die zum Chor schreiten.
Man kann sich kaum daran sattsehen am Bronzekalvar von François Rude, dem berühmten Bildhauer von La Marseillaise am Arc de Triomphe, der hier die Kreuzigungsszene geschaffen hat, die das Hochaltarbild dominiert, oder an seinen glasierten Lava-Platten an der Fassade, die die Stationen der Schöpfung der Welt und der Kindheit Christi erzählen.
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Standort
Kirche Saint-Vincent-de-Paul
5 Rue de Belzunce
75010 Paris 10
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Tarife
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