Mit dem Stück Ça, c’est l’amour begrüßt Jean Robert‑Charrier Josiane Balasko und Marilou Berry zum ersten Mal gemeinsam auf der Bühne, unter der Regie von Julie‑Anne Roth. Das Stück wird im Théâtre des Bouffes‑Parisiens vom 23. Januar bis 26. April 2026 aufgeführt, mit Vorstellungen mittwochs bis donnerstags um 20 Uhr, freitags um 21 Uhr, samstags um 16 und 21 Uhr sowie sonntags um 15 Uhr.
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In einer geschlossenen Familie taucht Frédérique am Weihnachtsabend bei ihrer Tochter Mathilde auf, die seit Jahren in einer Beziehung häuslicher Gewalt gefangen ist. Sie möchte ihr helfen und sie aus dieser Situation befreien. Doch Frédérique erweist sich als erstaunlich, liebenswert und manchmal ungeschickt, und Mathilde, die seit ihrer Jugend an männliche Einflussnahme gewöhnt ist, zeigt sich versucht, aber misstrauisch. In dieser einfühlsamen Konfrontation entsteht eine dramatische Spannung, während die Mutter versucht, ihre Tochter von einem ererbten, fast genetischen Leiden zu befreien.
Unsere Meinung :
Man betritt die Bouffes-Parisiens mit einem Lächeln im Gesicht, überzeugt, eine bissige Komödie zu sehen, getragen von zwei populären Figuren des Theaters und Films. Ça, c’est l’amour spielt mit dieser Erwartung… um sie dann umso härter zu zerstören. Was als Weihnachts-Vaudeville beginnt, wandelt sich rasch in einen emotionalen Uppercut. Einer, der das Publikum verstummt und benommen zurücklässt, fast zu klein ist, um das aufzunehmen, was dort geschieht. Ein theatralischer Schock über Ehegewalt, tief verstörend und notwendig, unentweigerlich zu meiden unmöglich.
Der erste Teil schafft einen scheinbar sicheren Komfort. An einem Weihnachtsabend landet Frédérique (Josiane Balasko) bei ihrer Tochter Mathilde (Marilou Berry). Um einen runden Tisch herum fliegen Klatscht, Sticheleien und scharfe Bonmots. Balasko ist grandios, bissig, herrlich scharfzüngig. Gegenüber wirkt Mathilde etwas traurig, ein wenig langweilig. Nichts alarmierendes. Noch nicht. Die Spannung steigt langsam und unerbittlich: Man lacht offen. Dann weniger. Dann gar nicht mehr. Sobald der Ehemann auftaucht, breitet sich Stille aus. Nervöses Lachen. Unbehagen. Dann Entsetzen.
Das Stück enthüllt dann sein Herz. Mathilde ist in der Gewalt aufgewachsen, Zeugin der Schläge ihres Vaters an ihre Mutter, und reproduziert heute dieses Muster. "Ça, c’est l’amour" wiederholten die beiden Ehemänner, um das Unrecht zu rechtfertigen. Die Mechanismen des Machtmissbrauchs werden mit erschreckender Präzision dargestellt: Ausreden, Schuldgefühle, Verleugnung. Die Ehegewalt, sowohl körperlich als auch psychisch, die oft versteckt oder heruntergespielt wird, wird hier ganz offen gezeigt, in manchmal harten, sogar schockierenden Szenen, die der Realität jedoch umso näher sind.
Der zweite Teil bricht visuell und emotional mit dem ersten zusammen. Das Bühnenbild wird abrupt reduziert, wie eine Nackung: Keine Weihnachtsdeko mehr, keine Fassaden. Die Wahrheit kommt ans Licht. Marilou Berry wird dabei zu einer erschütternden Figur, die sich indirekt an das Publikum und potenzielle Opfer in der Zuschauerreihen wendet. Das Stück erhält eine Dimension von Prävention, Bewusstmachung. Der vollbesetzte Saal bleibt bis zu den letzten Tränen gefangen.
Ein tief bewegendes, präventives Theaterstück, das lange nachwirkt. Verlassen Sie sich weder auf die Poster noch auf die Namen: Es ist kein leichtes, kein familienfreundliches Stück, und für Betroffene von Gewalt kann es schwer sein. Das Thema ist ernst, offen und kann verletzen. Ein intensives, nützliches und unerlässliches Stück, das unbedingt gesehen werden sollte… als sachkundiger Zuschauer.
Termine und Öffnungszeiten
Von 4. Februar 2026 bis 26. April 2026
Standort
Théâtre des Bouffes Parisiens
4 rue Monsigny
75002 Paris 2
Tarife
€14 - €56
Reservierungen
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Weitere Informationen
Mittwochs und donnerstags um 20 Uhr
freitags um 21 Uhr
samstags um 16 Uhr und 21 Uhr
sonntags um 15 Uhr



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