Tauchen Sie ein in eine Nacht, die von den Geistern der Liebe und der Stille des Körpers heimgesucht wird... Vom 12. bis 19. Dezember 2025 empfängt das Théâtre de la Bastille Alberto Cortés und sein bezauberndes Solo Analphabet, eine Aufführung in spanischer Sprache mit französischen Übertiteln, im Rahmen des Festival d'Automne in Paris. Zwischen nackten Körpern, klagendem Gesang und andalusischer Lyrik hinterfragt diese sinnliche und viszerale Performance die Spuren, die Liebe und Gewalt im Leben eines homosexuellen Paares hinterlassen haben.
In der hereinbrechenden Dunkelheit taucht ein Wesen auf, bedeckt mit Blumen und Finsternis. Es schreitet schweigend voran und spricht in einer fragmentierten, fast vergessenen Sprache –dem Andalûh, der Sprache eines neu zusammengesetzten Südens. Dieses Wesen ist Analphabet, eine gespenstische Gestalt, geboren aus Fleisch und Blut, die an Orten vergangener und verletzter Liebe spukt. Durch ihn liefert der spanische Dramatiker und Performer Alberto Cortés ein Werk an der Grenze zwischen Traum, Erinnerung und Schmerz.
Auf der Bühne gibt es kein realistisches Bühnenbild, keine demonstrative Inszenierung. Das Theater ist hier ein rohes Terrain, bestehend aus Körpern, Licht und Musik. Begleitet von Luz Prado an der Geige lässt Cortés freie Worte entstehen, durchdrungen von nackten Emotionen, in denen sich Gesang, Stille und Bekenntnisse vermischen. Diese Performance, die der Autor als emotionales Artefakt bezeichnet, lehnt jede Linearität ab: Sie lässt Raum für mentale Bilder, schwebende Erinnerungen und unaussprechliche Schmerzen.




Analphabet ist keine Erzählung, sondern eine Reise. Die Reise eines Mannes, der mit den Überresten einer verlorenen Liebe konfrontiert ist und zwischen Zärtlichkeit und Brutalität, Begierde und patriarchalischem Erbe hin- und hergerissen ist. Wie kann man lieben, ohne die erlernte Gewalt zu reproduzieren? Wie kann man den in die Haut eingegrabenen männlichen Codes entkommen? In dieser poetischen Wanderung wird der Geist zum Führer, zum Offenbarer von Widersprüchen und manchmal zum Boten der Hoffnung.
Der Körpervon Alberto Cortés, im Zentrum des Raumes, wird zu einem sensiblen Instrument. Er wankt, stolpert, entblößt sich – im wörtlichen wie im übertragenen Sinne. Nacktszenen unterbrechen die Performance, nicht um zu provozieren, sondern um die extreme Verletzlichkeit dieser zerbrochenen Liebesgeschichte zu verdeutlichen. Der zerrissene Gesang der Geige, die lauten Stimmen, die tiefen Stillemomente bilden eine sinnliche Partitur, in der der Text zerfällt, um Platz für Gefühle zu machen.
Wenn Sie neugierig auf hybride Formen sind, die Theater, Performance und Poesie verbinden, wenn Sie es mögen, verunsichert und verstört zu werden, dann ist Analphabet ein seltenes Angebot, das es zu entdecken gilt. Sind Sie ein Liebhaber introspektiver Theatererlebnisse und authentisch erzählter queerer Geschichten? Diese Vorstellung lädt Sie ein, eine innere Nacht zu durchleben, ein Gebiet der blanken Seele zwischen Einsamkeit, Sinnlichkeit und Erinnerung.
Analphabet richtet sich nicht an diejenigen, die eine klassische Erzählung oder leichte Familienunterhaltung suchen. Es ist kein Ausflug für Kinder und kein Stück, das man ohne Vorbereitung in der Gruppe sehen kann. Die Aufführung setzt eine Bereitschaft zu sensibler Rezeption, Langsamkeit, Fremdartigkeit und einer gewissen Form emotionaler Nacktheit voraus. Sie ist für diejenigen gedacht, die bereit sind, sich mit Grauzonen auseinanderzusetzen, ihre gewohnten szenischen Bezugspunkte zu verlieren, um das Unausgesprochene besser spüren zu können.




Als Ergebnis einer internationalen Koproduktion wird Analphabet in Spanien, Portugal und Frankreich aufgeführt. In Paris wird es im Rahmen eines spanischen Schwerpunkts des Festival d'Automne und des Théâtre de la Bastille gezeigt, das in dieser Saison die Werke von Bárbara Bañuelos und Alberto Cortés in Zusammenarbeit mit dem internationalen Produktions- und Verbreitungszentrum Rivages communs in den Mittelpunkt stellt.
Dieses Projekt ist auch Teil eines marginalen und dezentralen Schaffensansatzes, der dem Werdegangvon Alberto Cortés treu bleibt, der in Málaga ausgebildet wurde und Texte an der Schnittstelle von Performance, zeitgenössischem Flamenco und queerer Erinnerung verfasst. Das Stück wird auch in Buchform bei Continta me tienes veröffentlicht, wodurch die Verbindung zwischen Bühne und Poesie fortgesetzt wird.
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Termine und Öffnungszeiten
Von 12. Dezember 2025 bis 19. Dezember 2025
Standort
Bastille-Theater
76 Rue de la Roquette
75011 Paris 11
Tarife
Tarif réduit : €12 - €20
Plein tarif : €26
Durchschnittliche Dauer
1 Std.
5 Min.
Offizielle Seite
www.theatre-bastille.com
Weitere Informationen
Vorstellungen um 20 Uhr, samstags um 18 Uhr. Keine Vorstellungen am Sonntag, 14. Dezember, und Mittwoch, 17. Dezember.















