Unter der Regie von Xavier Giannoli und in Zusammenarbeit mit Jacques Fieschi entstand Illusions perdues, ein historisches Drama aus Frankreich, das am 20. Oktober 2021 in den Kinos startete. Frei nach dem Roman von Honoré de Balzac adaptiert, erzählt der Film die Geschichte von Benjamin Voisin, Cécile de France und Vincent Lacoste. Dieses ambitionierte Werk reiht sich ein in die große Tradition der literarischen Verfilmungen im französischen Kino.
Lucien de Rubempré ist ein junger, idealistischer Dichter aus der Provinz, der in einer Familiendruckerei arbeitet. Getrieben von großen literarischen Ambitionen, beschließt er, sein Heimatstädtchen Angoulême zu verlassen und nach Paris zu ziehen, begleitet von seiner schützenden Mentorin Louise de Bargeton. In der französischen Hauptstadt hofft er, sein Können zu beweisen und ein Leben zu führen, das seinen träumerischen Vorstellungen entspricht.
Schon bald sieht sich Lucien allein in einer Pariser Welt, die von Geld, Macht und Scheinheiligkeit geprägt ist. Er entdeckt die Mechanismen einer korrumpierten Presse, die gesellschaftlichen Salons und die Kompromisse, die man eingehen muss, um zu bestehen. Zwischen dem Wunsch nach Erfolg und dem Verlust seiner Ideale erlebt der junge Mann einen rasanten Aufstieg, der ebenso brüchig wie riskant ist.
Das Projekt entstand aus der frühen Entdeckung von Balzacs Roman durch Xavier Giannoli, damals Student der Literaturwissenschaften. Statt einer umfangreichen Adaption fokussierte sich der Filmemacher auf den Abschnitt Ein großer Mann aus der Provinz in Paris, um daraus einen eigenständigen filmischen Stoff zu entwickeln. Er nimmt bei der Anpassung gewisse Freiheiten in Kauf, bis hin zur Streichung einiger legendärer Figuren wie Daniel d’Arthez, deren Geist jedoch weiterhin in den Film einfließt.
Die Dreharbeiten fanden größtenteils in Paris statt, in echten Kulissen, wobei besonderes Augenmerk auf die authentische Darstellung der Restauration gelegt wurde. Die Bildgestaltung von Christophe Beaucarne und der Einsatz spezieller Objektive erzeugen eine dezente Verzerrung, die Luciens naiven, später desillusionierten Blick widerspiegelt. Die Musik, angelehnt an Bach, bestimmt das Tempo und den Fluss dieser choralen Epos.
Mit seiner Großzügigkeit, seiner Energie und der scharfen Kritik an Medien und Macht richtet sich der Film an ein Publikum, das sich für Historiendramen und große literarische Verfilmungen begeistern kann. Aufgrund seiner Lebendigkeit und Modernität erinnert er an einige zeitgenössische Gesellschaftsporträts, bleibt dabei aber fest in der klassischen französischen Filmschule verwurzelt.
Verlorene Illusionen
Film | 2021
Kinostart: 20. Oktober 2021
Erhältlich auf Netflix ab 18. März 2026
Historisches Drama | Laufzeit: 2h30
Regie: Xavier Giannoli | Mit Benjamin Voisin, Cécile de France, Vincent Lacoste
Originaltitel: Illusions perdues
Herkunft: Frankreich
Mit sieben César-Preisen im Jahr 2022, darunter für den besten Film, die beste Adaption und den besten männlichen Nachwuchsschauspieler für Benjamin Voisin, etabliert sich Illusions perdues als ein bedeutendes Werk des zeitgenössischen französischen Kinos. Der Film verbindet literarische Ansprüche mit einer innovative und moderne Inszenierung.
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