Für viele ist die Hochzeit der schönste Tag im Leben. Und um dieses Glück perfekt zu machen, wird kein Aufwand gescheut – weder in Sachen Planung noch beim Budget. Kleid, Blumen, Essen, Musik und Tanz, Gäste: Die Hochzeit ist ein eigenes Universum voller Regeln und Traditionen.
Das Institut du Monde Arabe lädt uns ein zu einer faszinierenden Reise in die Welt der Hochzeiten. Dabei präsentiert es vom 29. September 2026 bis zum 31. Januar 2027 eine einzigartige Ausstellung.
Diese Ausstellung präsentiert etwa vierzig Kostüme und Brautschmuck aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Zum ersten Mal in Frankreich zu sehen, spiegeln diese Trachten die vielfältigen Hochzeitsbräuche verschiedener Regionen Marokko, Tunesien und Algeriens wider. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen vor allem Frauen: die Braut natürlich, aber auch die Familienmitglieder und Freundinnen, die sie auf diesem besonderen Weg begleiten.
Die Hochzeit – manchmal auch als „Farah“ bezeichnet (was auf Arabisch „Freude“ bedeutet) – ist ein Moment voller Intimität und gesellschaftlichem Beisammensein. Dieses große Fest zählt zu den wichtigsten Ereignissen im Leben, dem Start eines neuen Kapitels. Deshalb ist sie stets mit zahlreichen Ritualen und Regeln verbunden, die von den jüngeren Generationen mehr oder weniger strikt beachtet werden.
Die Ausstellung im IMA zeigt die Hochzeiten des 19. und 20. Jahrhunderts und hebt die nationalen sowie regionalen Besonderheiten des Maghreb hervor. Als Kontrapunkt zu dieser historischen Reise entdecken wir 18 zeitgenössische Künstler*innen, wie sie den Bund der Ehe sehen. Die meisten von ihnen sind Frauen, die ihre Perspektive auf diese Traditionen zum Ausdruck bringen. Mit einem subjektiven und modernen Blick können ihre Werke den Ritualen eine neue Bedeutung geben – sie als bedeutsam, veraltet oder im Wandel stehend präsentieren. Diese nach wie vor bestehenden Traditionen werfen ein Licht auf manche Aspekte unserer heutigen Gesellschaft und unserer Vorstellungen von sozialen Rollen.
So entwickelt sich die Ehe im Laufe der Zeit und mit den Menschen. Der Ausstellungspfad offenbart alte Traditionen, Praktiken, die in verschiedenen Kulturen geteilt werden, sowie einzigartige Rituale. Anhand der ausgestellten Stücke erkennt man, wie sich Kleidung, Rituale und Symbole im Wandel befinden. Neben den hier präsentierten außergewöhnlichen Trachten können die Besucher auch kulturerbe-Objekte, Archivbilder und zeitgenössische Kunstwerke bewundern — alles eingebettet in eine eindrucksvolle Szenografie.
Die Ausstellung widmet sich auch der Rolle der Frauen bei diesen Zeremonien: Die Braut wird von zahlreichen Unterstützerinnen umgeben – lange vor dem Hochzeitstag. Frauen stellen die Brautjungfernkleider her, organisieren die Feierlichkeiten und begleiten die Braut bis zum letzten Moment.
Das Arabische Welt-Institut verspricht uns eine kulturell vielfältige Erlebnisreise: Diese Ausstellung zählt bereits jetzt zu den must-see Highlights des kulturellen Herbstprogramms im September 2026!
Termine und Öffnungszeiten
Von 29. September 2026 bis 31. Januar 2027
Standort
Institut der Arabischen Welt
1 Rue des Fossés Saint-Bernard
75005 Paris 5
Zugang
Metro Jussieu Linie 7, Linie 10
Offizielle Seite
www.imarabe.org















