Hilma af Klint im Grand Palais: Eine außergewöhnliche Ausstellung über die Pionierin der Abstrakten Kunst

Von Laurent de Sortiraparis · Fotos von Cécile de Sortiraparis · Aktualisiert am 2. Januar 2026 um 15:35
Das Grand Palais widmet einer bislang einzigartigen Ausstellung der schwedischen Visionärin Hilma af Klint, in Zusammenarbeit mit dem Centre Pompidou, vom 6. Mai bis zum 30. August 2026 eine Sonderpräsentation. Zum ersten Mal in Frankreich zeigt die Schau ihr mystisches und avantgardistisches Œuvre, das lange im Verborgenen blieb.

Ein außergewöhnliches Ereignis für die Kunst in Frankreich! Das Grand Palais lädt Sie ein, eine Ausstellung zu entdecken, die unser Verständnis der modernen Kunstgeschichte neu herausfordert. Im Mittelpunkt steht das Werk von Hilma af Klint, die vom 6. Mai bis zum 30. August 2026 präsentiert wird. Die schwedische Künstlerin, geboren 1862, schuf abstrakte Gemälde, die die üblichen Chronologien der großen Kunstströmungen infrage stellten. Schon lange vor Kandinsky oder Malevitsch experimentierte Hilma af Klint mit geometrischen Formen, kräftigen Farbflächen und organischen Mustern, um eine intime Vision der unsichtbaren Welt auszudrücken.

Eine Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit dem Centre Pompidou entstanden ist und erstmals in Frankreich die Werke des Künstlers präsentiert, darunter die komplette Serie der Tempel-Gemälde (1906–1915). Dieses mystische und monumentale Zyklus umfasst 193 Werke, darunter die berühmte Serie der Ten Biggest – beeindruckende Formate mit esoterischer Symbolik. Ein bedeutendes Ereignis für alle, die sich für die Ursprünge der Abstraktion interessieren, sowie für die Verbindungen zwischen Kunst, Spiritualität und Okkultwissenschaften.

Hilma af Klint au Grand Palais : une exposition inédite sur la pionnière de l’abstractionHilma af Klint au Grand Palais : une exposition inédite sur la pionnière de l’abstractionHilma af Klint au Grand Palais : une exposition inédite sur la pionnière de l’abstractionHilma af Klint au Grand Palais : une exposition inédite sur la pionnière de l’abstraction
©The Moderna Museet, Stockholm

Eine Künstlerin zwischen zwei Welten, sichtbar und unsichtbar

Ausgebildet an der Königlichen Kunstakademie Stockholm, führte die Künstlerin ein zweigleisiges Künstlerleben: Einerseits schuf sie akademische Werke mit figürlichem Akzent, andererseits arbeitete sie an einer geheimen und radikal neuen Schaffensrichtung. Beeinflusst von Spiritualismus, Theosophie und ihren mediumistischen Erfahrungen innerhalb einer Frauenrunde namens "Die Fünf", entwickelte sie eine eigene bildnerische Sprache, um die kosmischen und unsichtbaren Kräfte sichtbar zu machen, die sie inspirierten. Spiralen, Kreise und Lichtstrahlen formen ein einzigartiges visuelles Vokabular, das weit entfernt ist von den etablierten Konventionen ihrer Zeit.

Dieses Gespräch zwischen Wissenschaft, Glauben und Kunst spürt man in jedem ausgestellten Werk, getragen von einer utopischen Seele, die über den rein künstlerischen Rahmen hinausreicht. In einem scenografisch gestalteten Raum, der die vibrierende Kraft seiner Werke erlebbar macht, durchqueren die Besucher einen immersiven Parcours, geprägt von den Nachhall eines metaphysischen und universellen Suchens. Dabei ist diese Schau keineswegs nur ein historischer Rückblick, sondern lädt dazu ein, eine moderne Reflexion über die Rolle der Frauen in der Kunstgeschichte zu wagen — einer Rolle, die lange Zeit verdrängt oder ignoriert wurde.

Neue Perspektiven auf die Kunstgeschichte aus weiblicher Sicht

Seit langem kaum beachtet, erlebt Hilma af Klint seit den 1980er Jahren eine weltweite Wiederentdeckung. Das verdankt sie unter anderem Ausstellungen wie The Spiritual in Art in Los Angeles im Jahr 1986 oder, in jüngerer Zeit, Elles machen die Abstraktion im Centre Pompidou. Die Ausstellung im Grand Palais ist Teil dieser Bewegung zur Wiedereinführung weiblicher Künstlerinnen und zeigt deren entscheidende Rolle bei der Entstehung der großen künstlerischen Strömungen des 20. Jahrhunderts.

Durch diese Beleuchtung wird eine umfassende Neubewertung der vorherrschenden Erzählungen in der Kunstgeschichte angeregt, die neue Perspektiven auf das Verständnis der Moderne eröffnet. Diese Ausstellung stellt somit einen entscheidenden Meilenstein dar für all jene, die die Vielfalt künstlerischer Stimmen und die Art und Weise, wie einige Persönlichkeiten von den Rändern aus unseren Blick auf die Welt verändert haben, erkunden möchten. Eine Ausstellung, die man nicht verpassen sollte!

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Praktische Informationen

Termine und Öffnungszeiten
Von 6. Mai 2026 bis 30. August 2026

× Unverbindliche Öffnungszeiten: Um die Öffnungszeiten zu bestätigen, wenden Sie sich an die Einrichtung.

    Standort

    3 Avenue du Général Eisenhower
    75008 Paris 8

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    Infos zur Barrierefreiheit

    Zugang
    M° Champs-Elysées Clemenceau

    Offizielle Seite
    www.grandpalais.fr

    Weitere Informationen
    Geöffnet von Dienstag bis Sonntag, von 9:30 bis 20:00 Uhr, mit verlängerten Abendstunden am Freitag bis 22:30 Uhr.

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