Sie wirkt wie aus einem alten Schwarzweißfoto entsprungen, mit markanten Linien, dem Look einer anderen Epoche und dem leichten Duft von Paris zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der Triebwagen Sprague-Thomson M.268, der im Camp des Matelots in Versailles aufbewahrt wird, gehört zu jenen Erbstücken, die die ersten großen Kapitel des Pariser Métro erzählen.
Um seine Bedeutung wirklich zu verstehen, muss man ein wenig zurückblicken. Die Pariser Métro eröffnet 1900, mit einer ersten Linie, die zur Exposition universelle inaugurée wurde. Die allerersten Wagen waren noch teilweise aus Holz. Nach dem dramatischen Brand von 1903 im Netz sucht die Compagnie du chemin de fer Métropolitain de Paris nach sichererem, zuverlässigerem Material, besser geeignet für einen dichten Stadtverkehr. In diesem Kontext erscheint die Generation Sprague-Thomson, die ab 1908 in Betrieb geht, mit Metallgehäusen, leistungsstarken Triebwagen und einer moderneren elektrischen Steuerung. Fast 2 800 Wagen dieses Typs wurden zwischen 1908 und 1937 gebaut.
Die M.268 hat mehrere Lebensphasen durchlaufen. Sie wurde von den Ateliers du Nord de la France gefertigt, Anfang des 20. Jahrhunderts umgebaut und 1934 von Brissonneau und Lotz wiederaufgebaut. Sie fuhr insbesondere auf den Linien 1, 8 und 9, bevor sie 1981 außer Betrieb ging. Nach einem Zwischenstopp als Traktor in den Ateliers von Boulogne wurde sie an einen Schrotthändler verkauft und 1998 von der ADEMAS, der Association d’exploitation du matériel Sprague, zurückgekauft.
Seitdem arbeitet der Verein an der Restaurierung. Ziel ist es, ihr wieder eine aktive Funktion zu geben, unter anderem durch die Ausstattung mit einem Generatoraggregat und dem notwendigen Material, damit sie bis 2027 wieder als fahrfähiges Triebfahrzeug in Betrieb genommen werden kann. Die Triebmaschine wird im camp des Matelots in Versailles, einem Militärgelände, in dem die ADEMAS seit 2003 aufgenommen ist, aufbewahrt. Der Verein restauriert dort seine historischen Wagen Sprague-Thomson und verfügt über eine Werkstatt, die auf technische, mechanische und ästhetische Arbeiten zugeschnitten ist. Die Anlage beherbergt heute mehrere U-Bahn-Wagen, von denen einige betriebsbereit sind.
Vorsicht aber: Man besucht diesen Ort nicht wie ein normales Museum. Das Camp der Matrosen bleibt ein Militärgelände, und der Zugang zu den Räumlichkeiten des Vereins ist außerhalb bestimmter Öffnungen ausschließlich für Mitglieder von ADEMAS reserviert. Für die Öffentlichkeit hängen Gelegenheiten, an Bord zu gehen oder die Waggons zu entdecken, daher von besonderen Veranstaltungen ab, wie den Journées du patrimoine oder auf dem Gelände organisierten offenen Türen. Langfristig könnte die Wiedereinführung der M.268 den Besuchern daher ein eher seltenes Erlebnis ermöglichen: in einen historischen Wagen zu steigen und für eine kurze Fahrt die Empfindungen der Pariser Métro von früher wiederzuentdecken. Sitzbänke, Metallkasten, Klangkulisse, Fahrgesten… all das erzählt von einem Paris, das sich stark verändert hat.
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Standort
Matrosenlager
10 Allée des Matelots
78000 Versailles















