Ercole amante (Verliebter Herkules), ein seltenes Werk vonAntonia Bembo, einer Komponistin des 18. Jahrhunderts, die lange Zeit im Schatten stand, wird vom 28. Mai bis 14. Juni 2026 zum ersten Mal in einer Inszenierung an derOpéra Bastille aufgeführt. Diese Uraufführung markiert die Aufnahme der Partitur in das Repertoire der Pariser Oper und beleuchtet eine einzigartige Künstlerpersönlichkeit zwischen bewegter persönlicher Geschichte und kühner musikalischer Sprache.
Neuheiten 2026: Aufführungen und Theaterstücke, die in Paris und der Île-de-France zu sehen sind
Das Jahr 2026 verspricht eine Fülle von Theaterneuheiten in Paris und der Île-de-France: Uraufführungen, Komödien, neu aufgelegte Klassiker und junge Talente, die es zu entdecken gilt. [Mehr lesen]
Das 1707 am Hof Ludwigs XIV. entstandene Werk basiert auf einem Libretto, das bereits von Bembos Lehrer Francesco Cavalli verwendet wurde. Diese Version bietet jedoch eine sehr persönliche Neuinterpretation des Herkules-Mythos, die zwischen heroischem Glanz und intimer Dämmerung schwankt. Die Figur des alternden Herkules, der auf der Ablehnung einer Frau beharrt, wird hier zum Mittelpunkt einer Geschichte, in der Götter, Leidenschaften und übernatürliche Mächte miteinander verwoben sind. Die musikalische Handschrift vereint italienische und französische Einflüsse und zeichnet sich durch kühne harmonische Effekte und eine stimmliche Virtuosität aus, die eine starke Besetzung erfordert.
Die Inszenierung stammt von Netia Jones, die für ihre zeitgenössischen visuellen Zugänge zu antiken Werken bekannt ist. Hier erforscht sie die Figur eines Herkules, der weniger triumphierend als vielmehr verletzlich ist, in einer Welt, in der sich die Grenzen zwischen Mythos und modernem Blick aufzulösen scheinen. Die szenische Anordnung sollte mit der traumhaften Dimension der Oper spielen und gleichzeitig die Spannungen zwischen Dominanz und Verlangen, Macht und Zustimmung hervorheben.
Diese Aufführung richtet sich an ein Publikum, das neugierig auf die großen, vergessenen Seiten des Barockrepertoires und auf künstlerische Vorschläge ist, die mit den Anliegen der heutigen Zeit übereinstimmen. Liebhaberklassischer oder romantischerOpern könnten von der Originalität der musikalischen Sprache oder der Seltenheit des Werkes überrascht sein, aber auch diejenigen, die Geschichte gerne aus einem anderen Blickwinkel anhand unbekannter Partituren wiederentdecken, werden hier auf ihre Kosten kommen.
Mit dieser Produktion rückt die Pariser Oper eine wenig gespielte Komponistin ins Rampenlicht und bietet gleichzeitig eine Neuinterpretation des Herkules-Mythos, in der sich Kraft und Zerbrechlichkeit vermischen.
Dieser Artikel basiert auf öffentlich zugänglichen Informationen und beruht nicht auf direkter Erfahrung mit der Aufführung.
Termine und Öffnungszeiten
Von 25. Mai 2026 bis 14. Juni 2026
Standort
Bastille-Oper
Place de la Bastille
75012 Paris 12
Zugang
Metro Linie 1, 5 und 8, Station "Bastille".
Tarife
€15 - €175
Reservierungen
www.operadeparis.fr



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