Ich habe gesehen: die leuchtende Ausstellung von Jenny Holzer, die dieses Herbst im Museum Orsay die Worte zum Leben erweckt.

Von Audrey de Sortiraparis · Fotos von Audrey de Sortiraparis · Aktualisiert am 21. Januar 2026 um 11:52
Die Worte ziehen ins Musée d’Orsay ein und verwandeln den Raum in eine leuchtende Bühne. Vom 20. Oktober 2026 bis zum 21. Februar 2027 lädt die Ausstellung J’ai vu von Jenny Holzer dazu ein, Buchstaben, politische Texte und literarische Schriften mit den bedeutenden Sammlungen des Museums in einen Dialog treten zu lassen. Projection, LED-Installationen und Gravuren tauchen die Besucher in ein mitreißendes Erlebnis ein, bei dem Vergangenheit und Gegenwart in einem neuen Licht miteinander verschmelzen.

Im Musée d’Orsay beschränken sich die Kunstwerke nicht mehr nur auf das Betrachten: sie werden gelesen, leuchten auf und dringen direkt auf die Netzhaut ein. Vom 20. Oktober 2026 bis zum 21. Februar 2027 verwandelt die Ausstellung „Ich habe gesehen“ von Jenny Holzer den berühmten Bahnhof in ein leuchtendes Manifest. Eine Ausstellung, in der der Text an Einfluss gewinnt – Buchstabe um Buchstabe.

Eine bedeutende Künstlerin unserer Zeit, Jenny Holzer, stellt seit jeher die Worte in den Mittelpunkt ihres engagierten Schaffens. Für dieses Projekt, das in Zusammenarbeit mit dem Musée d’Orsay entstanden ist, greift sie auf die Sammlungen und Archive der Institution zurück: Briefe von Künstlern, literarische und politische Schriften aus dem Zeitraum 1848–1914. Ausgewählte Fragmente, die projiziert, graviert oder anifestiert werden und zwischen Vergangenheit und Gegenwart oszillieren.

Der erste Eindruck der Ausstellung zeigt sich im Freien. Die historische Fassade des Museums an der Seine erstrahlt während mehrerer Abende rund um die Eröffnung im Oktober in Lichtprojektionen. Die bunten Leuchttexte verwandeln die Architektur und bieten Passanten ein immersives Erlebnis, das fast schon in eine andere Zeit versetzt.

Drinnen sorgt eine monumentale LED-Installation, eigens für die Ausstellung gestaltet, für eine wegweisende Atmosphäre. Bunte Wortströme begleiten die Besucher und erinnern an den ursprünglichen Verkehr der im 19. Jahrhundert entstandenen Bahnhofshalle, die heute als Museum dient. In den Kuppelräumen tritt dieses Kunstwerk in Dialog mit Werken von Holzer, die mit Gold-, Platin- und Palladiumblatt gearbeitet sind. Veränderliche Oberflächen, teilweise verdeckt, lassen Spuren schwerer Entscheidungen erkennen und greifen die großen Histori gemälde in den Nachbarräumen gekonnt auf.

Der Rundgang wird auch durch eine andere Art der Betrachtung bereichert. Steinbänke in ungewöhnlichen Farbtönen, mit Inschriften aus der damaligen Zeit versehen, sind im Erdgeschoss und den Galerien verteilt und schaffen einen faszinierenden Bezug zur von Gae Aulenti gestalteten Architektur.

Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums des Musée d’Orsay wurde J’ai vu konzipiert, um die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu feiern. Dabei entsteht ein feines Wechselspiel zwischen den Sammlungen des Museums und der Perspektive einer amerikanischen Künstlerin. Eine Ausstellung, die man zwischen den Zeilen lesen sollte… und die im Rampenlicht erstrahlt.

Praktische Informationen

Termine und Öffnungszeiten
Von 20. Oktober 2026 bis 21. Februar 2027

× Unverbindliche Öffnungszeiten: Um die Öffnungszeiten zu bestätigen, wenden Sie sich an die Einrichtung.

    Standort

    62 rue de Lille
    75007 Paris 7

    Route berechnen

    Infos zur Barrierefreiheit

    Offizielle Seite
    www.musee-orsay.fr

    Vorhersage der Besucherzahlen
    Comments
    Verfeinern Sie Ihre Suche
    Verfeinern Sie Ihre Suche
    Verfeinern Sie Ihre Suche
    Verfeinern Sie Ihre Suche