Kleine und große Werke, bunte Gemälde und Schwarz-Weiß-Studien, Gemälde, Skulpturen, Fotografien… Es gibt unzählige Wege, ein Porträt zu erschaffen, ein Gesicht, eine Identität festzuhalten. Das Petit Palais, das Museum der Schönen Künste in Paris, hat ausgewählte Stücke aus dem 19. Jahrhundert zusammengestellt, um eine vielfältige Reise durch die Kunst des Porträts und Selbstporträts zu präsentieren.
Die Ausstellung „Gesichter von Künstlern. Von Gustave Courbet bis Annette Messager“, vom 18. März bis 19. Juli 2026 zu sehen, präsentiert eine vielfältige Auswahl an Werken aus den verschiedensten Bereichen, darunter Gemälde, Skulpturen, Graphik, Fotografien sowie Dekorative Künste. Diese stammen aus den hauseigenen Sammlungen. Hier stehen also keine Landschaftsbilder im Vordergrund, sondern ausschließlich Porträts und Selbstporträts, durch die man erfährt, wie die Künstler des 19. Jahrhunderts sich selbst darstellen oder die Menschen um sie herum inszenieren. Die Figuren sind inszeniert, ihre Umgebung ist voller Zeichen und Hinweise, die auf ihre Persönlichkeit – oder zumindest auf das Bild, das sie nach außen vermitteln wollen – hindeuten... Wenn nicht sogar auf beides.
Die Künstler wählen ihr Bild sorgfältig aus und inszenieren ihre Freunde, ihre Mäzene und die Menschen, die sie lieben, mit ebenso viel Liebe zum Detail. Anhand dieser Porträtspiele lassen sich die sozialen Verbindungen nachzeichnen, die diese Künstlerkreise miteinander verbinden.
Für diese Ausstellung, die etwa hundert Werke im Keller des Pariser Museums präsentiert, hat das Petit Palais eine thematische Reise in vier Abschnitte entwickelt. Zunächst widmet sie sich den Selbstporträts mit herausragenden Stücken wie dem "Selbstbildnis mit schwarzem Hund" von Gustave Courbet. Zudem sind Gemälde von Léon Bonnat und Jacques-Émile Blanche zu sehen. Der zweite Ausstellungsteil befasst sich mit Gruppenporträts, etwa mit "Das Jahrhundertpanorama" von Henri Gervex. Außerdem zeigt die Schau die Galerie der Büsten impressionistischer Maler (wie Edgar Degas, Auguste Renoir, Claude Monet und Camille Pissarro), die von Paul Paulin geschaffen wurden und eigens aus den Depots des Museums für die Ausstellung ausgeliehen wurden.
Der Rundgang führt uns anschließend in den Raum des Ateliers, in dem der Künstler im Zentrum seiner Werke und seines Ambientes fotografiert ist. Den Abschluss bildet eine Sektion, in der historische Meisterwerke mit den zeitgenössischen Arbeiten von Cindy Sherman, Nan Goldin und Claire Tabouret in Dialog treten.
Genau darin liegt die Besonderheit dieser Ausstellung. Das Petit Palais hat eine Reihe zeitgenössischer Künstlerinnen eingeladen. Insgesamt sind es 13 Frauen, die vom Museum eingeladen wurden, sich ebenfalls mit dem Genre des Porträts auseinanderzusetzen und so die eigenen Konventionen und die Natur des Genres selbst zu hinterfragen.
Doch das Petit Palais geht noch einen Schritt weiter, indem es einige dieser zeitgenössischen Werke direkt inmitten seiner ständigen Sammlungen präsentiert, die im Obergeschoss zu sehen sind. Besonders beeindruckend sind Werke von Apolonia Sokol sowie die atemberaubende Skulptur von Anne und Patrick Poirier.
Erwarten Sie also keine Ausstellung, die ausschließlich die Gemälde und Skulpturen XIX. Jahrhunderts in den Mittelpunkt stellt, auch wenn diese im Museumsgang zahlreich vertreten sind. Durch die Integration mehrerer zeitgenössischer Werke setzt der Petit Palais auf Originalität. So können die Fotografien von Sophie Calle und die hyperrealistische Skulptur von Hélène Delprat manchen durchaus überraschen. Doch diese modernen Werke sorgen wirklich für Staunen und eröffnen einen spannenden Dialog zwischen einer eindeutig männlich geprägten Vergangenheit und der heutigen Zeit, in der die Frauen ihren Platz voll und ganz einnehmen. Ein interessanter Blickwinkel, der uns sehr begeistert hat. Wir hätten uns zudem gewünscht, im Verlauf noch mehr zeitgenössische Werke zu entdecken.
Wir empfehlen Ihnen auch, sich Zeit zu nehmen und Ihren Besuch der Ausstellung zu verlängern, indem Sie die Dauerausstellung des Museums erkunden, in der einige zeitgenössische Werke präsentiert werden. Das ist auch eine gute Gelegenheit, die Dauerausstellungen des Petit Palais neu zu entdecken oder wiederzuentdecken, in denen kürzlich einige Werke erworben wurden. Erwähnenswert ist auch, dass diese Sammlungen kostenlos zugänglich sind, während die Ausstellung "Gesichter von Künstlern. Von Gustave Courbet bis Annette Messager" kostenpflichtig ist. Vergessen Sie nicht, unter der Kuppel von Maurice Denis (1925) Halt zu machen, um einen beeindruckenden Überblick über die Kunstgeschichte zu genießen, ergänzt durch Porträts von Künstlern!
Termine und Öffnungszeiten
Von 18. März 2026 bis 19. Juli 2026
Standort
Kleiner Palast
Avenue Winston Churchill
75008 Paris 8
Tarife
Tarif réduit : €12
Plein tarif : €14
Offizielle Seite
www.petitpalais.paris.fr











































