Das Colors Festival war bisher vor allem für seine temporären Events in verwaisten Gebäuden in der Hauptstadt und ihrer näheren Umgebung bekannt. Seit 2021 hat sich dieses Festival zu einem festen Begriff für Liebhaber von Street Art und urbaner Kunst entwickelt, das in einem verlassenen Gebäude für eine immersive, farbenfrohe Ausstellung gastierte. Nun erhält das Projekt eine völlig neue Dimension: Dank einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne auf Ulule bereitet sich der Colors Festival darauf vor, dauerhaft in Paris Fuß zu fassen und ein permanentes Museum für Urban Art zu eröffnen, dessen Eröffnung in den kommenden Monaten geplant ist.
Der genaue Standort dieses zukünftigen originellen Museums ist noch nicht bekannt, doch die Vision ist deutlich vorhanden. Dieses zukünftige Museum wird sich nicht nur auf Street Art im engeren Sinne beschränken: Illustratorinnen, Fotografinnen, Bildhauerinnen, Digitalkünstlerinnen und andere Kreative sind alle eingeladen, Teil des Projekts zu werden. Das Besondere an diesem Vorhaben liegt in der Rolle, die den Künstler*innen selbst übertragen wird: Über die reine Werkerschaffung hinaus werden sie auch Mentoren und Paten des Ortes sein und die Programmgestaltung aktiv mitgestalten, indem sie im Verlauf des Jahres ihre eigenen Ideen für Kollektive und Solo-Shows einbringen.
Unter den vier Schirmherren, die auf den Aufruf reagiert haben, finden sich bekannte Namen aus der französischen und internationalen Urban-Szene: One Mizer, Jo Di Bona, Bruno Graffer und Farid Rueda. Treue Festivalbesucher des Colors Festivals, die den Besuchern bereits bei vergangenen Ausgaben immer wieder begegnet sind.
Jeder Sponsor bereitet seine eigene Einzelshow vor, die sein Universum widerspiegelt. Jo Di Bona, dessen Pop-Graffiti Einflüsse aus der Fauvismusbewegung und Popkultur vereint, plant eine immersive und persönliche Erfahrung, eine Art Mischung aus klassischer Ausstellung und einer Reise in seine Fantasie. One Mizer hingegen setzt auf eine barocke Version, mit Tapisserien, in die seine Werke förmlich eingewoben werden und so einen überraschenden Dialog zwischen zeitgenössischer Kunst und den traditionellen Codes alter Meisterkunst eröffnen. Die Solo-Shows von Bruno Graffer und Farid Rueda sind noch nicht zu sehen, doch angesichts ihrer jeweiligen Welten ist die Neugier groß.
Das Museum wird sich nicht nur auf bewährte Werte stützen. Das Colors Festival hat stets ein Gespür für aufstrebende Talente bewiesen, und auch dieses neue Kapitel wird keine Ausnahme darstellen. Unter den Künstlern, die bereits erwähnt wurden, um dem Projekt beizutreten: Tutodraw, Andrea oder auch Tyciesco. Diese Namen kursieren vor allem in den sozialen Medien, sind aber bisher noch nicht in den traditionellen Ausstellungsstrukturen sichtbar.
Auf der Collective-Show-Seite verspricht die Ausstellung eine abwechslungsreiche Reise, mit Künstlern wie Chloé Kelly Miller, Agathe de Gennes, Alber, dem Duo MonkeyBird, Vinie, Nasty und L'Atlas. Dieses vielversprechende Line-up lässt auf einen durchdachten, abwechslungsreichen Rundgang schließen, der als ein echtes Erlebnis für Besucher gestaltet wurde.
Da das Projekt sich über mehrere Jahre erstrecken soll, zeigt diese Planung den festen Willen, langfristig präsent zu sein – weit entfernt von den kurzen, eruptiven Ausstellungen, die den Colors Festival bisher ausgemacht haben. Künstler, die Interesse haben, Teil dieser Initiative zu werden, können sich weiterhin melden: Das Museum arbeitet momentan am Aufbau seines kreativen Teams. Die Adresse und das vollständige Programm werden in Kürze bekannt gegeben. Bis dahin empfehlen wir, das Instagram-Konto des Colors Festivals im Auge zu behalten, um keine Neuigkeiten und Ankündigungen zu verpassen.



































