Ein einfacher Steinblock, hinter dem sich eine jahrhundertealte Geschichte verbirgt... In Paris, in der Rue de Vaugirard 85, gibt es einen alten Grenzstein aus Stein, der in die Mauer einer Schule an der Ecke zur Rue Littré eingelassen ist und noch immer dem Zahn der Zeit entgeht. Es handelt sich um den letzten Meilenstein, der in der Hauptstadt zu sehen ist. Dieser Meilenstein wurde imAncien Régime gemäß einer königlichen Verordnung errichtet und zeigte eine Entfernung von einer halben Lieue - also tausend Toises, etwa zwei Kilometer - vom Vorplatz von Notre-Dame an, der als Nullpunkt der Straßen in Frankreich galt.
Die Inschriften sind mittlerweile verblasst, doch an der Spitze befindet sich eine vertikale Kerbe, die die Zahl 1 markiert. Diese Markierung unterstreicht, dass es sich um den ersten Grenzstein auf der Route de Vaugirard handelt, die dem Verlauf einer alten Römerstraße folgte, die Paris mit dem gleichnamigen ehemaligen Dorf verband.
Unter der vertikalen Kerbe ist noch eine weitere ovale Markierung sichtbar: Wahrscheinlich wurde hier eine Lilie, das königliche Emblem, angebracht, die während der Revolution entfernt wurde. Ein Bericht des " Hauptinspektors des Reinigungswesens " Brunesseau von Ende 1792, der im Nationalarchiv zugänglich ist, erwähnt die Entfernung der Lilien auf mehreren Grenzsteinen in Paris, darunter auch der Grenzstein " neben der Nr. 1508 " in der Rue de Vaugirard. Diese Nummer entspricht ungefähr den heutigen Nr. 75 und 77.
Wie die Société historique du VIe arrondissement erläutert, äußerte die Commission du Vieux Paris 1918 "den Wunsch, dass die Erhaltung des Meilenstein in der Rue de Vaugirard, des einzigen in Paris verbliebenen Überbleibsels der ersten Vermessung der französischen Straßen, für immer gesichert wird ". Dieser Wunsch wurde respektiert, obwohl keine Tafel an der Stelle angebracht wurde.
Die Existenz dieses Grenzsteins scheint seine Erhaltung zwei Faktoren zu verdanken: seiner Integration in die Mauer einer Schule, die seinen Verlauf nicht verändert hat, und dem Interesse am Kulturerbe, das er zu Beginn des 20. Die anderen von Brunesseau in verschiedenen Pariser Vororten identifizierten Grenzsteine sind inzwischen verschwunden, da sie der Urbanisierung oder Straßenbauarbeiten zum Opfer gefallen sind.
Schließlich erinnert dieser Grenzstein indirekt an die Komplexität des alten Lieuesystems, das je nach Epoche variierte: Von der Lieue de Paris bis zur Lieue des Postes schwankte ihre Länge zwischen 3,2 und 4,6 km, bis die metrische Lieue (4 km) während der Französischen Revolution zur Norm wurde.
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