Folgen Sie den Spuren der Arago-Medaillons und ihrer verborgenen Geheimnisse, die unter unseren Füßen im Herzen von Paris liegen

Von Graziella de Sortiraparis · Aktualisiert am 8. Januar 2026 um 17:56
Es ist eines der längsten Denkmäler der Welt, doch kaum sichtbar. Über die gesamte Stadt von Nord nach Süd verteilt, verbergen 135 bronzene Scheiben eine faszinierende Geschichte: den Meridian von Paris. Vom Louvre bis zu den Wegen des Jardin du Luxembourg – begeben Sie sich auf eine außergewöhnliche Schatzsuche!

Wenn Sie dazu neigen, beim Spazierengehen den Blick ständig auf Ihr Handy oder die Fassaden haussmannistische Gebäude zu richten, haben Sie sie vermutlich übersehen. Dabei gibt es genau 135 dieser kleinen Kunstwerke. Die dezenten, runden Medaillons, gegossen aus Bronze, die Arago-Medaillons, sind entlang des Pariser Nord-Süd durch die Stadt verteilt — vom Porte de Montmartre bis hin zur Cité Universitaire. Aber was machen sie hier?

Eine Hommage an einen rebellischen Gelehrten

Alles beginnt im Jahr 1994. Zu Ehren des zweihundertjährigen Geburtstags von François Arago – Astronom, Physiker und engagierter Politiker – entwirft der niederländische Künstler Jan Dibbets ein ungewöhnliches Denkmal... auf den Kopf gestellt. Statt eine weitere Statue auf einem Sockel zu errichten, legt er kleine Schätze direkt auf den Boden – entlang einer bekannten imaginären Linie von 9 Kilometern, die quer durch die Stadt verläuft.

Diese Linie ist der Nullmeridian von Paris. Bevor der Greenwich-Meridian 1911 international als Standard festgelegt wurde, diente dieser Meridian französischen Seeleuten und Wissenschaftlern als Referenzlinie zur Bestimmung der Längengrade.

Auf Schatzsuche in der Hauptstadt

Jede Medaille misst 12 Zentimeter im Durchmesser und trägt den Namen "ARAGO" sowie die Richtungspfeile für Norden und Süden. Das Schöne an dieser Markierung ist ihre Zufälligkeit: Man findet sie mitten auf der Rivoli-Straße, auf den Bürgersteigen im Quartier Latin oder sogar im Inneren des Louvre-Museums.

Sie finden sie zum Beispiel in der Richelieu-Flügel des Museums, im Palais-Royal, in der Rue Lepic, im Luxemburggarten oder auf der Avenue de l’Observatoire, inklusive der Statue gegenüber dem Garten, die dem Physiker gewidmet ist. Im Parc Montsouris genügt es, zwei davon zu entdecken, um eine Linie durch die gesamte Hauptstadt zu ziehen!

Warum sind manche verschwunden?

Von den ursprünglich 135 Medaillons wurden viele gestohlen oder entfernt während Bauarbeiten an den Straßen. Diese Seltenheit macht die Suche nach ihnen umso faszinierender. Es ist der perfekte Spaziergang für alle, die Paris auf gerade Weg erkunden möchten, abseits der üblichen Touristenpfade. Wissen Sie das? Diese Medaillons spielen eine Schlüsselrolle im Roman Der Da Vinci Code von Dan Brown, wo sie als „Roselinie“ bezeichnet werden. 

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