Nach der Retrospektive des deutschen Malers Gerhard Richter setzt die Fondation Louis Vuitton einen Meilenstein für die zeitgenössische Kunst! Vom 15. April bis zum 16. August 2026 feiert sie das 100-jährige Jubiläum von Alexander Calder und sein 50. Todesjahr mit "Calder. Träumen im Gleichgewicht", einer Retrospektive, die fast 300 Werke zeigt: mobiles und stabiles Skulpturen, Porträts aus Draht, Holzskulpturen, Gemälde, Zeichnungen und grafische Schmuckstücke. Auf 3.000 m² bewegt sich der Besucher zwischen Schwerkraft, Licht, positiver und negativer Raum in einer luftigen Choreographie im Herzen der von Frank Gehry gestalteten Räume. Hier scheinen alle Exponate zu schweben… oder vortäuschen es zumindest, als wären sie in der Zeit aufgehängt.
Der Rundgang taucht auch in die Wurzeln des Künstlers ein: Mit 25 Jahren knüpft er an das familiäre Erbe in Malerei und Zeichnung an, bevor er 1926 nach Montparnasse zieht. Dort faszinieren seine Skulpturen aus Draht und sein Cirque Calder im Miniaturformat die Pariser Avantgarde. Dank des Whitney Museum of American Art kehrt dieses Zirkusstück erstmals seit fünfzehn Jahren nach Paris zurück. Damals erwachten die Akrobaten, Clowns und Reitertalente unter den Händen des Künstlers zum Leben, und die Show zog ein anspruchsvolles Publikum in ihren Bann – Léger, Mondrian, Miró und Picasso saßen vorne beim Publikum!
Die Kuratoren Dieter Buchhart und Anna Karina Hofbauer erinnern daran, dass Calder nicht nur Formen erfunden hat: Er gab dem Zeit Bewegung und verwandelte die Skulptur in ein lebendiges Erlebnis. Um den Künstler in den Mittelpunkt der Avantgarden zu rücken, umrahmen Werke von Mondrian, Arp, Hepworth, Klee und Picasso sein Genie und unterstreichen die Radikalität seiner Erfindungen, während 34 Fotografien von Cartier-Bresson, Man Ray oder Agnès Varda einen Künstler zeigen, der zwischen Leben und Kunst pendelt, wie ein Akrobat auf dem Seil.
Von seinen ersten abstrakten Werken bis hin zu seinen der 1960er- und 70er-Jahre verleiht Calder der Skulptur neue Dimensionen. Kunst ist nicht mehr starr, sie träumt im Gleichgewicht.
Unsere Meinung :
Die Calder-Retrospektive in der Fondation Louis Vuitton richtet sich eindeutig an Liebhaber der Avantgarde. Hier kein Wirbel, alles dreht sich um Details: Mobiles, luftige Strukturen und klare Linien – oft schwarz auf weißem Hintergrund.
In einer bewusst schlichten, offenen Szenografie wechseln sich kleine Skulpturen mit monumentalen Werken ab, alle rund um Draht, Metall und Bewegung gebaut. Die Formen bewegen sich leicht, getragen von der Luft, und selbst die Schatten tragen durch das Licht zur Erfahrung bei. Sie tanzen, duplizieren sich, verlängern Formen: Bei Calder gehören sie zum Spektakel. Man muss sich Zeit nehmen, genau hinzusehen … jenseits des Objekts.
Der Rundgang ist minimalistisch, dominiert von Schwarz und Weiß, und von Farbakzenten gesprenkelt. Man entdeckt auch Leinwände großer zeitgenössischer Künstler wie Piet Mondrian, Fernand Léger, Paul Klee oder Joan Miró, die mit den Mobiles in Resonanz treten. Weiter hinten enthüllen skulpturale Schmuckstücke eine weitere Facette des Drahtkönigs.
Der Bereich Cirque Calder zählt zu denHighlight-Abschnitten des Rundgangs. Spannend, fast erzählerisch, präsentiert er kleine Szenen von Drahtfiguren und zweckentfremdeten Objekten. Wahrscheinlich der zugänglichste Teil – und der einzige, der besonders die jüngeren Besucher wirklich fesseln dürfte.
Zur Erinnerung: Die Mobiles bewegen sich … aber durch Sie, indirekt. Der bloße Durchgang der Besucher erzeugt Luftströme, die sie in Bewegung setzen, zwar langsam. Es versteht sich von selbst, dass man sie nicht berühren oder daran pusten darf.
Abschließend verlängert man den Besuch nach draußen: Zwei monumentale Werke, rot und schwarz, warten im Garten. Man betrachtet sie aus der Distanz – die Wiese bleibt unzugänglich.
Kurz gesagt, eine Ausstellung, die fast meditativ wirkt und in Bewegung erlebt wird.
Termine und Öffnungszeiten
Von 15. April 2026 bis 16. August 2026
Standort
Louis Vuitton Stiftung
8 Avenue du Mahatma Gandhi
75116 Paris 16
Zugang
1 Station Les Sablons
Offizielle Seite
www.fondationlouisvuitton.fr
Reservierungen
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