Benoît Piéron im Palais de Tokyo: Eine Ausstellung über Fürsorge, Verletzlichkeit und das Imaginäre

Von Laurent de Sortiraparis · Aktualisiert am 12. Januar 2026 um 17:01
Das Palais de Tokyo in Paris widmet Benoît Piéron, einem zeitgenössischen Künstler, vom 3. April bis zum 13. September 2026 eine Ausstellung. Im Fokus stehen Skulpturen und Installationen, die von der Welt des Hospitals inspiriert sind. Die Schau beleuchtet die Themen Pflege, Erwartung und Zerbrechlichkeit durch Werke, die medizinische Ästhetik, sensorische Installationen und Reflexionen über Verwundbarkeit als gemeinsames Menschsein vereinen.

Zwischen Erwartung, Fürsorge und Fantasie bietet eine neue Perspektive auf das Hospital... Das Palais de Tokyo widmet eine Ausstellung Benoît Piéron, die Skulpturen, Installationen und partizipative Umgebungen vereint. Diese wurden in Dialog mit den Räumen des zeitgenössischen Kunstzentrums in Paris gestaltet und sind vom 3. April bis zum 13. September 2026 zu erleben. Die Schau erkundet die Themen angehaltenen Zeitlaufs, Erwartung und Verletzlichkeit, basierend auf den persönlichen Erfahrungen des Künstlers, der lange Aufenthalte im Krankenhaus hinter sich hat. Mit einer Ästhetik, die vom medizinischen und sanitärischen Bereich inspiriert ist, lädt die Ausstellung zu einer einfühlsamen Reise durch vertraute Situationen ein, die häufig mit Zwängen oder Unbehagen verbunden sind. Hier werden diese Momente jedoch in einen poetischen und kontemplativen Kontext verschoben.

Die Ausstellung führt die Besucher:innen in eine Welt, in der Formen und Materialien aus dem Krankenhausumfeld kunstvoll miteinander verflochten sind – bewusst ambivalent inszeniert. Funktionales Design trifft auf zarte Pastellfarben, textile Strukturen und geschwungene Volumen. Recycelte Krankenhauslaken werden zu Patchworkkunstwerken, hybriden Objekten oder dekorativen Elementen verarbeitet, während farbige Röntgenaufnahmen abstrakte oder organische Figuren andeuten. Das Ganze schafft eine Atmosphäre, die zwischen klinischer Neutralität und sinnlicher Erfahrung pendelt.

Benoît Piéron au Palais de Tokyo : une exposition entre soin, vulnérabilité et imaginaireBenoît Piéron au Palais de Tokyo : une exposition entre soin, vulnérabilité et imaginaireBenoît Piéron au Palais de Tokyo : une exposition entre soin, vulnérabilité et imaginaireBenoît Piéron au Palais de Tokyo : une exposition entre soin, vulnérabilité et imaginaire
©Andy Keate

Eine Poetik der Zerbrechlichkeit und Unsicherheit

Einige Installationen setzen auf dezente Elemente, die mit Licht, Klang oder Pflanzen spielen. Ein Lichtstrahl, der durch eine Tür dringt, lässt einen verbotenen Raum ahnen, begleitet von einer minimalistischen Klangkomposition. Das Geräusch einer aufgelösten Aspirintablette wird zum vergrößerten akustischen Muster, das sowohl einen chemischen Prozess als auch eine abstrakte Klanglandschaft evoziert. Pflanzen, inspiriert von denen aus Wartezimmern, setzen wiederum Fragmente unbestimmter Landschaften zusammen – zwischen vertrauter Heimatt dekoration und wild wachsender Natur.

Der Begriff der Verwundbarkeit durchzieht das gesamte Projekt – nicht als Ausnahme, sondern als weit verbreitete Grundbedingung. Die Arbeiten von Benoît Piéron beschäftigen sich mit der Zerbrechlichkeit von Körpern, Identitäten und mentalen Zuständen und ziehen dabei Parallelen zu größeren ökologischen Fragestellungen. Die in der Ausstellung präsentierten Pflanzen, die sowohl dekorativ als auch potenziell giftig sind, verdeutlichen die ständige Spannung zwischen Fürsorge und Risiko, Nutzen und Unsicherheit.

Eigens für das Palais de Tokyo konzipierte neue Inszenierung

Für diese Ausstellung im Palais de Tokyo entwickelt die Künstlerin eine eigens für den Ort geschaffene Arbeit, die im direkten Dialog mit Architektur, Raumvolumen und Licht steht. Der Ausstellungsraum wird so zu einem aktiven Bestandteil des Projekts, was die wahrgenommene Unsicherheit des Werks unterstreicht. Diese Unsicherheit wird dabei als eine grundlegende Struktur gesehen – verbunden mit sozialen Rollen, Lebenswegen und physischen oder mentalen Transformationen – ohne sie jedoch auf eine rein negative Betrachtung zu reduzieren.

Die Ausstellung im Palais de Tokyo bietet einen distanzierten und durchdachten Blick auf Themen, die im Bereich der zeitgenössischen Kunst nur selten aus dieser Perspektive betrachtet werden. Durch die Verbindung von persönlicher Erfahrung, visuellen Installationen und Reflexion über die Bedingungen des Daseins schafft das Projekt einen Raum der Reflexion, in dem die Fantasie als Werkzeug zur Veränderung und Anpassung dient. So erhält der Besucher die Freiheit, die Werke auf eine ganz individuelle und sich wandelnde Weise zu interpretieren.

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Praktische Informationen

Termine und Öffnungszeiten
Von 3. April 2026 bis 13. September 2026

× Unverbindliche Öffnungszeiten: Um die Öffnungszeiten zu bestätigen, wenden Sie sich an die Einrichtung.

    Standort

    13, avenue du président Wilson
    75116 Paris 16

    Route berechnen

    Zugang
    Metro Linie 9 Station "Iéna" oder Alma-Marceau".

    Tarife
    Tarif réduit : €9
    Plein tarif : €13

    Offizielle Seite
    palaisdetokyo.com

    Weitere Informationen
    Täglich außer dienstags von 12 bis 22 Uhr geöffnet.

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