Underline, neuer Lebensraum mit kostenfreier Ausstellung auf 2.000 m² unter den Gewölben der Petite Ceinture

Von My de Sortiraparis · Fotos von My de Sortiraparis · Aktualisiert am 16. September 2026 um 17:07
Underline eröffnet am Freitag, dem 18. September 2026, seine elf Eisenbahngewölbe der Öffentlichkeit im 15. Arrondissement von Paris. Diese kreative Manufaktur auf 2.000 Quadratmetern rückt Materialität und Handwerkskunst ins Rampenlicht – mit einer kostenlosen Ausstellung von 40 Künstlerinnen und Künstlern, einem Shop, Ateliers und einer Café-Bar.

Wir haben die Baustelle vorab besichtigt – nur wenige Tage vor der Eröffnung – und so sieht es aus, was Sie unter diesen gewaltigen Bögen erwartet. Underline öffnet im 372, rue de Vaugirard, im 15. Arrondissement von Paris, unter den Gleisen der Petite Ceinture. Elf Bögen, knapp 2 000 m², eine kostenlose Ausstellung, ein Kunstladen, Ateliers und ein Café-Bar mit Terrasse: Das Programm dieser kreativen Manufaktur ist breit, und der Raum hält, was er verspricht. Der Leitfaden ist sofort erkennbar: Hier dominiert das Material, sowohl das der Wände als auch das der Werke.

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Unsere Eisenbahngewölbe aus dem 15. Jahrhundert, die nun endlich aus dem Schatten treten

Diese Gewölbe gehören zum eisenbahnhistorischen Erbe der SNCF und stützen den Bahnsteig der ehemaligen Gürtelbahn. Sie stammen aus der Epoche des Zweiten Kaiserreichs, datieren auf 1852 bis 1859, und erreichen eine Höhe von bis zu acht Metern. Stein, Kalk, Brutbeton: Das natürliche Licht entfaltet sich dort anders als anderswo, und das Volumen der Räume fesselt schon beim ersten Schritt.

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Der Standort blieb jahrelang von der Straße aus unsichtbar. Im Juni 2026 hat die SNCF Immobilier das Unternehmen Gabius zum Sieger ihres Projektausschreibungs-Verfahrens erklärt, neben einem zweiten Standort im 20. Arrondissement, wie wir in cet article sur les deux sites de la Petite Ceinture angekündigt hatten. Das Viertel, zwischen Convention und Porte de Versailles, gewinnt damit einen echten Lebensraum, nur wenige Schritte vom ehemaligen Bahnhof Vaugirard entfernt, der für die Anwohner wieder in Betrieb genommen wird.

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„Première“, die kostenfreie Ausstellung, die 40 Künstlerinnen und Künstler versammelt

Schon beim Eintritt erinnert die Installation von Kimiko Yoshida an die japanische Tradition lackierter Bilder: Lack und Goldstaub liegen auf ihren Selbstporträts. Sajid Amiri, der as Gast geladen ist, formt Porträts aus recyceltem Metall. Im Raum Erde nimmt uns der Fotograf Antoine Poupel mit auf eine Reise durch japanische Jahreszeiten, Nebel und Waldränder – eine bewusst schlichte Bühneninszenierung.

Man ist bereit, von den Figuren von Jean-Yves Gosti, Schmied und Bildhauer, gefesselt zu werden, der eine imaginäre Familie aus Blechen, Granit und Metallteilen erschafft, mit verbeulten und überraschend sanften Gesichtern. Weiter hinten reizt Alëxone Dizac das Jacquard-Gewebe mit seinen bunten Figuren, während Blind, Brice Thevenot und David Cohen an der Verwundbarkeit des Menschen arbeiten, an der taktilen Schrift und an der Erinnerung an Orte der Pflege.

Die gebündelte Liste technischer Ansätze gibt einen guten Eindruck vom Geist des Ortes: Skulptur, Malerei, Fotografie, Video, kinetische Kunst, Keramik, Siebdruck, Cyanotypie, Gravur, Bleiverglasung, Federarbeiten, Schmieden und Stickerei. So lautet genau das Wagnis von Underline: Es erforscht die Grenze zwischen Kunst und Handwerk und macht greifbar, welche Materie, welche Technik und welche Hand hinter jedem Stück stehen.

Ein Laden, eine Café-Bar und Workshops zum Verweilen

Es geht nicht darum, eine Galerie zu eröffnen, die wie ein Café wirkt. Man betritt vielmehr einen Lebensraum, in dem Kunst zirkuliert, man sich hinsetzen, unterhalten und wiederkommen kann. Das Café-Bar öffnet sich zu einer Terrasse von fast 200 m², mit Bio-Weinen, Produkten aus der kurzen Lieferkette und hausgemachten Getränken französischer Herstellung, darunter eine Limonade und ein pflanzliches Cola-Getränk. Zum Verweilen nach dem Besuch, was in einem Ausstellungsraum eher selten ist.

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Die Kunstboutique nimmt eines der Gewölbe ein und vereint erschwingliche Arbeiten junger Kreativerinnen und Kreativer sowie Handwerker: Werke in kleinen Formaten, Serigrafien, Lithografien, Drucke, einzigartige Keramiken und Editionen, ergänzt durch einen Buchladenbereich. Die künftig vorgesehenen Künstlerateliers, gedacht, um Residenzen aufzunehmen, werden im Laufe des Jahres nach und nach eröffnet.

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Was das Programm betrifft, setzt das Team auf Mitgestaltung, mit offenen Workshops für alle, Formaten für Schulklassen und monatlichen Veranstaltungen. Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf der Familie: Man kann Kunst mit seinen Kindern entdecken, sich bei einem Zeichenworkshop niederlassen und mit einem selbst gemachten Resultat nach Hause gehen. So finden Sie hier vor Ort:

  • ein Ausstellungsbereich, der sich durch elf Gewölbe zieht
  • eine Kunst- und Designboutique mit integriertem Buchladen
  • ein Café-Bar und seine Terrasse von knapp 200 m²
  • Workshops und Ateliers, die der Öffentlichkeit und Schulgruppen offenstehen
  • zukünftige Künstlerateliers für Residenzen
  • Veranstaltungen, Performances, Launches und After-Work-Abende

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Underline öffnet sich uns an diesem Freitag, den 18. September 2026 im 372, rue de Vaugirard (75015); die nächstgelegene Métro-Station ist Porte de Versailles, der Convention ist nur wenige Gehminuten entfernt. Der Ort öffnet seine Türen mittwochs von 11:00 bis 22:00 Uhr, donnerstags bis samstags von 11:00 bis 23:00 Uhr und sonntags von 11:00 bis 21:00 Uhr. Für den Start passt es gut: Die Journées du Patrimoine 2026 finden am Samstag, dem 19. und Sonntag, dem 20. September statt – eine Gelegenheit, diese Gewölbe bereits am ersten Wochenende zu entdecken.

Für wen ist das gedacht?

Der Ort ist ausgesprochen beeindruckend, und das industrielle Ambiente bleibt dank roher Materialien und dem Licht der großen Glasfronten zugleich warm. Ein Abstecher lohnt sich – sowohl wegen der Ausstellung als auch wegen des Gebäudes selbst, das man von der Rue de Vaugirard aus kaum vermutet hätte. Der kostenfreie Zugang erleichtert zudem das Vorbeischauen, ohne lange zu überlegen.

Dieser neue Ort richtet sich gleichermaßen an Neugierige zeitgenössischer Kunst wie auch an Liebhaber von Kunsthandwerk, an Familien, die am Wochenende im 15. Arrondissement etwas erleben möchten, und an diejenigen, die während der Ausstellung ein Glas trinken möchten, ohne den Ausstellungsraum zu verlassen. Ein Hinweis vorweg: Der Ort hat gerade erst eröffnet; das Programm mit Workshops und monatlichen Treffpunkten wird Schritt für Schritt aufgebaut. Es lohnt sich daher, vor einem Gruppenbesuch die verfügbaren Slots und eventuelle Reservierungen zu prüfen.

Wenn Ihnen dieses Genre gefällt, empfehlen wir auch Poush in Pantin, ein riesiges Gebäude, in dem Hunderte von Künstlern arbeiten und das regelmäßig seine Ateliers für die Öffentlichkeit öffnet, sowie Ground Control im 12. Arrondissement, ein weiteres ehemaliges Bahngelände, das sich zu einem kulturellen und kulinarischen Ort entwickelt hat. Und um mehr zu erfahren, bleiben Sie dran oder werfen Sie schon ab Freitag einen Blick hinein!

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