Obwohl das Musée für Kunst und Geschichte Paul Éluard in Saint-Denis heute ein bedeutender kultureller Treffpunkt der Stadt ist, begeistert auch sein architektonischer Rahmen ebenso sehr wie die ausgestellten Werke. Seit 1981 befindet sich das Museum in der ehemaligen Karmelitenabtei, einem im 17. Jahrhundert gegründeten Bauensemble, das eng mit der französischen Monarchie verbunden ist und nur wenige Schritte von der Basilika entfernt liegt.
Die Geschichte des Ortes beginnt im 1625, als sich sieben Karmelitinnen in Saint-Denis niederlassen. Dieser Orden, reformiert von der Heiligen Teresia von Ávila, zählt zu den strengsten innerhalb der Kirche: Die Schwestern leben in Armut und schweigen. Über mehr als ein Jahrhundert führt das Kloster ein zurückgezogenes Dasein, bis 1770 ein Wendepunkt eintritt.
Louise von Frankreich, die siebte Tochter von König Ludwig XV., beschließt, Versailles zu verlassen und in den Orden einzutreten. Unter dem Namen Schwester Thérèse von Saint-Augustin führt sie ein Leben voller Enthaltsamkeit und nutzt ihren Einfluss, um den Wiederaufbau der Gebäude zu fördern. Besonders ist ihr die neoklassizistische Kapelle zu verdanken, ein Werk des königlichen Architekten Richard Mique, der auch den Hameau de la Reine gestaltet hat.
Als die Französische Revolution die meisten religiösen Gebäude schloss und das Vermögen zerstreute, entkam das Kloster Saint-Denis knapp der Zerstörung. Im Jahr 1792 werden die Karmelitinnen vertrieben, doch die Gebäude finden bald eine neue Nutzung für die Allgemeinheit: Militäroperation, dann Pflegeanstalt und Kaserne. Diese wechselnden Funktionen bewahren das Kloster davor, wie viele Abteien zum Abbruch verkauft zu werden, bei dem die Steine abgebaut wurden.
Im 20. Jahrhundert geriet das Gebäude allmählich in Vergessenheit, bis die Stadt Saint-Denis es 1972 erwarb. Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten wurde dort 1981 das Museum für Kunst und Geschichte eröffnet.
Das Museum besticht durch seine einzigartige Bewahrung der ursprünglichen Struktur, die um den Klostergarten herum erhalten geblieben ist. Die ausgestellten Sammlungen sind nach Themen gegliedert und schlagen eine Brücke zwischen der religiösen Vergangenheit des Gebäudes und der sozialen Geschichte von Saint-Denis:
Der Rundgang führt von den alten Zellen der Ordensschwestern zu den Ausstellungsräumen für mittelalterliche Archäologie – und das alles in einem Gebäude, das als Denkmalschutz gelistet ist.
Standort
Museum für Kunst und Geschichte Paul Eluard in Saint-Denis
22 Rue Gabriel Péri
93200 Saint Denis



























