Wussten Sie schon? Dieses historische Kloster in Saint-Denis beherbergt ein Museum für Kunst und Geschichte.

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Von Graziella de Sortiraparis · Fotos von Graziella de Sortiraparis · Aktualisiert am 23. Januar 2026 um 19:10
Das Museum für Kunst und Geschichte Paul Éluard birgt ein architektonisches Geheimnis. In einem ehemaligen Karmeliterkloster aus dem 17. Jahrhundert untergebracht, ist dieser einzigartige Ort Zeuge der Vergangenheit: Hier lebte Louise von Frankreich, Tochter von Ludwig XV. Von den ehemaligen Zellen der Schwestern bis zu den Erinnerungen an die Pariser Kommune – entdecken Sie ein Museum, in dem soziale Schätze mit der Stille eines scheinbar unversehrten Klosters vereint sind.

Obwohl das Musée für Kunst und Geschichte Paul Éluard in Saint-Denis heute ein bedeutender kultureller Treffpunkt der Stadt ist, begeistert auch sein architektonischer Rahmen ebenso sehr wie die ausgestellten Werke. Seit 1981 befindet sich das Museum in der ehemaligen Karmelitenabtei, einem im 17. Jahrhundert gegründeten Bauensemble, das eng mit der französischen Monarchie verbunden ist und nur wenige Schritte von der Basili­ka entfernt liegt.

Musée d'art et d'histoire Paul Eluard de Saint-Denis - IMG 2550Musée d'art et d'histoire Paul Eluard de Saint-Denis - IMG 2550Musée d'art et d'histoire Paul Eluard de Saint-Denis - IMG 2550Musée d'art et d'histoire Paul Eluard de Saint-Denis - IMG 2550

Die Prinzessin im Kloster

Die Geschichte des Ortes beginnt im 1625, als sich sieben Karmelitinnen in Saint-Denis niederlassen. Dieser Orden, reformiert von der Heiligen Teresia von Ávila, zählt zu den strengsten innerhalb der Kirche: Die Schwestern leben in Armut und schweigen. Über mehr als ein Jahrhundert führt das Kloster ein zurückgezogenes Dasein, bis 1770 ein Wendepunkt eintritt.

Louise von Frankreich, die siebte Tochter von König Ludwig XV., beschließt, Versailles zu verlassen und in den Orden einzutreten. Unter dem Namen Schwester Thérèse von Saint-Augustin führt sie ein Leben voller Enthaltsamkeit und nutzt ihren Einfluss, um den Wiederaufbau der Gebäude zu fördern. Besonders ist ihr die neoklassizistische Kapelle zu verdanken, ein Werk des königlichen Architekten Richard Mique, der auch den Hameau de la Reine gestaltet hat.

Musée d'art et d'histoire Paul Eluard de Saint-Denis - IMG 2558Musée d'art et d'histoire Paul Eluard de Saint-Denis - IMG 2558Musée d'art et d'histoire Paul Eluard de Saint-Denis - IMG 2558Musée d'art et d'histoire Paul Eluard de Saint-Denis - IMG 2558

Ein gut erhaltener Konvent

Als die Französische Revolution die meisten religiösen Gebäude schloss und das Vermögen zerstreute, entkam das Kloster Saint-Denis knapp der Zerstörung. Im Jahr 1792 werden die Karmelitinnen vertrieben, doch die Gebäude finden bald eine neue Nutzung für die Allgemeinheit: Militäroperation, dann Pflegeanstalt und Kaserne. Diese wechselnden Funktionen bewahren das Kloster davor, wie viele Abteien zum Abbruch verkauft zu werden, bei dem die Steine abgebaut wurden.

Im 20. Jahrhundert geriet das Gebäude allmählich in Vergessenheit, bis die Stadt Saint-Denis es 1972 erwarb. Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten wurde dort 1981 das Museum für Kunst und Geschichte eröffnet.

Musée d'art et d'histoire Paul Eluard de Saint-Denis - IMG 2615Musée d'art et d'histoire Paul Eluard de Saint-Denis - IMG 2615Musée d'art et d'histoire Paul Eluard de Saint-Denis - IMG 2615Musée d'art et d'histoire Paul Eluard de Saint-Denis - IMG 2615

Zwischen Museum und Heiligtum

Das Museum besticht durch seine einzigartige Bewahrung der ursprünglichen Struktur, die um den Klostergarten herum erhalten geblieben ist. Die ausgestellten Sammlungen sind nach Themen gegliedert und schlagen eine Brücke zwischen der religiösen Vergangenheit des Gebäudes und der sozialen Geschichte von Saint-Denis:

  • Apothecariats : Eine Sammlung von Tonkrügen und Medizinalpflanzendosen, eine der am besten erhaltenen in Frankreich, die Zeugnis ablegt von der Apotheke des Klosters.
  • Der Paul Éluard Fonds : Der im Saint-Denis Geborene Dichter nimmt mit zahlreichen Manuskripten und Originalausgaben eine zentrale Stellung ein.
  • Die Kommune von Paris : Das Museum beherbergt eine der bedeutendsten Sammlungen Frankreichs zum Pariser Aufstand (1870-1871) und zur Pariser Kommune, inklusive Radierungen und Zeitdokumenten.

Der Rundgang führt von den alten Zellen der Ordensschwestern zu den Ausstellungsräumen für mittelalterliche Archäologie – und das alles in einem Gebäude, das als Denkmalschutz gelistet ist.

Praktische Informationen

Standort

22 Rue Gabriel Péri
93200 Saint Denis

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