Sie spiegeln das 20. Jahrhundert wider, in dem sie lebten: diese beiden niederländischen Künstler haben die Grenzen der Kreativität verschoben, bestehende Regeln und Konventionen in Frage gestellt und nach Neuem gesucht – nach der reinsten Form ihrer Weltsicht. Sie sind bedeutende Figuren der modernen Kunst, doch für die breite Öffentlichkeit sind sie noch immer kaum bekannt.
Das Museum Montmartre rückt Adya und Otto van Rees in einer außergewöhnlichen retrospektiven Ausstellung ins Rampenlicht, die vom 20. März bis zum 13. September 2026 zu sehen ist. Künstler, Liebende, Eltern, kreative Köpfe – Adya und Otto geben in dieser besonderen Ausstellung Einblick in ihr Leben und Werk.
Ursprünglich aus den Niederlanden stammend, entwickeln Adya (Adrienne) und Otto schon in jungen Jahren eine große Leidenschaft für die Kunst in all ihren Facetten. Sie widmen sich der Malerei ebenso wie den Textil- und Graphikkünsten, der Skulptur, Stickerei und dekorativen Künsten... Die Ausstellung vereint eine hundert Werke umfassende Vielfalt, die sowohl die Entwicklung der beiden Künstler als auch die bedeutendsten Momente ihres privaten Lebens widerspiegelt.
Diese retrospektive in chronologischer Reihenfolge zeigt ein Leben, das vom Kunstschaffen geprägt ist, aber auch von den Veränderungen in der Welt, von Begegnungen und Ereignissen, die manchmal tragisch, manchmal fröhlich waren.
Bereits ab 1904 zieht das Ehepaar van Rees nach Montmartre, dem kreativen Herzstück von Paris. Hier treffen sie auf bedeutende Persönlichkeiten ihrer Zeit, darunter Pablo Picasso, Piet Mondrian, Georges Braque oder Kees van Dongen. Das Geiste der Moderne fasziniert sie schon damals, ihre Werke spiegeln eine ausgeprägte Neugier wider und zeigen eine künstlerische Suche, die sie zu neuen Ausdrucksformen führt.
Im Laufe der Jahre experimentieren die beiden Künstler mit Kubismus, nehmen an einer Ausstellung Dada teil, und finden sich anschließend im Cloisonnismus und Divisionismus wieder – bis hin zu den Anfängen der Abstraktion.
Die Ausstellung beleuchtet auch ihre Reisen durch Europa sowie ihr Familienleben, das für Adya eine große Inspirationsquelle war. Die Künstlerin, die vor allem für ihre textilen Werke bekannt ist, hat zudem durch die Kreation von Spielzeugen für Kinder neue künstlerische Wege erkundet.
Die Mischung verschiedener Genres, die neuen künstlerischen Bewegungen und die verwendeten Medien stoßen auf der Kunstszene nach wie vor auf geteilte Meinungen. Adya und Otto werden gleichermaßen bewundert und kritisiert. Als unabhängige, emanzipierte Künstlerin wird Adya häufig übersehen, obwohl sie äußerst aktiv ist und eine bedeutende Rolle in der Kunstwelt spielt.
Adya und Otto haben jeweils ihr bevorzugtes Medium und ihre eigenen Werke. Doch in ihrer Arbeit erkennt man einen reichhaltigen Dialog, eine gemeinsame Prägung, eine Verbindung, die sie sowohl privat als auch beruflich eng miteinander verbindet. Sie teilen vieles miteinander, und diese Verbundenheit spiegelt sich in ihren Schöpfungen wider.
Die Ausstellung setzt sich mit dem tragischen Ereignis auseinander, das die Familie van Rees erschütterte: 1919 verstarb ihre älteste Tochter bei einem schweren Zugunglück, das auch Adya, Otto und ihre beiden jüngeren Kinder schwer verletzte. Diese Tragödie hinterließ tiefe Spuren bei dem Paar, das sich später verstärkt einer expressiveren Kunstform zuwandte. Doch schließlich kehren die beiden Künstler zu einem traditionelleren Stil zurück, mit Stillleben, Porträts und Landschaftsbildern.
Das Musée Montmartre lädt ein, zwei faszinierende Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts neu zu entdecken. Die aktuelle Ausstellung möchte das Erbe von Adya und Otto van Rees ins Rampenlicht rücken.
Termine und Öffnungszeiten
Von 20. März 2026 bis 13. September 2026
Standort
Museum von Montmartre
12, rue Cortot
75018 Paris 18
Zugang
Metro Lamarck-Caulaincourt
Tarife
Tarifs réduits : €9 - €13
Plein tarif : €16
Offizielle Seite
museedemontmartre.fr
Reservierungen
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