Croissants und Pain au Chocolat, zwei Backwaren, die gar nicht so französisch sind! Geschichte und Herkunft

Von Manon de Sortiraparis · Fotos von My de Sortiraparis · Aktualisiert am 3. Dezember 2025 um 00:55
Sie thronen Seite an Seite in allen Bäckereiauslagen: Croissants und Pain au Chocolat gehören zum Alltag der Franzosen. Aber stammen sie wirklich aus Frankreich? Rückblick auf die Geschichte dieser Backwaren, die zu Symbolen geworden sind.

Croissants und Pain au Chocolat haben eine gemeinsame Geschichte, zwischen Wiener Erbe und französischem Genie. Entstanden aus einem ausländischen Teig, wurden sie übernommen, verändert und dann zu nationalen Symbolen erhoben. Als echte Stars in den Schaufenstern der Bäckereien sind sie heute ebenso tief im kulinarischen Erbe Frankreichs verwurzelt wie das Baguette.

Ob zu einem starken Kaffee oder einer heißen Schokolade – diese beiden Backwaren werden auch weiterhin für knusprige Pariser Morgen sorgen. Werfen wir einen Blick zurück auf ihre Geschichte und ihren Ursprung!

Wiener Wurzeln

Entgegen der landläufigen Meinung sind Croissants und Schokoladenbrötchen keine rein französischen Erfindungen. Ihr Ursprung geht auf das 17. Jahrhundert in Wien zurück. Dort tauchte das Kipferl auf, ein kleines, oft gesüßtes, manchmal gefülltes Brötchen in Form eines Croissants, das jedoch aus Hefeteig ohne Blätterteig hergestellt wurde.

Die bekannteste Legende besagt, dass Wiener Bäcker nach dem Sieg über die Osmanen während der Belagerung Wiens im Jahr 1683 ein Gebäck in Form eines Halbmondes kreierten, dem Symbol des Osmanischen Reiches. Eine ironische Art, den Feind zu „verspeisen”. Diese Anekdote ist zwar reizvoll, lässt sich jedoch historisch nur schwer belegen.

Die Ankunft in Paris dank August Zang

Der entscheidende Wendepunkt erfolgte 1839 in Paris mit der Eröffnung der Boulangerie Viennoise durch Auguste Zang, einen österreichischen Offizier. Er führte dort Wiener Spezialitäten ein, darunter die Kipferl. Diese Produkte waren bei den Parisern, die neue Texturen und Formen von süßem Brot entdeckten, schnell sehr beliebt.

Zu dieser Zeit begann man, diese Rezepte mit französischen Techniken anzupassen. Die Pariser Bäcker ersetzten nach und nach den Briocheteig durch einen leichteren und knusprigeren Blätterteig mit Butter. Das Croissant, wie wir es heute kennen, ist also eine französisch-österreichische Kreation, die aus einer importierten Tradition hervorgegangen ist und dann lokal überarbeitet wurde.

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Das Schokoladenbrötchen, das neu interpretierte Croissant

Das Schokoladenbrötchen, das oft als „Cousin” des Croissants angesehen wird, hat eine ähnliche Entwicklung durchlaufen. Inspiriert vom wiener Schokoladencroissant wurde es ebenfalls im Laufe des 19. Jahrhunderts in Paris eingeführt. Ursprünglich handelte es sich um einen mit Schokolade gefüllten Briocheteig. Auch hier ersetzt die französische Version den Teig durch Blätterteig und standardisiert die Füllung mit zwei Stückchen dunkler Schokolade.

Seine rechteckige Form, seine Blätterteigstruktur und seine Einfachheit machen es zu einem sehr beliebten Produkt, sowohl zum Frühstück als auch zum Nachmittagssnack. Sein Name variiert je nach Region: Pain au chocolat im größten Teil Frankreichs, Chocolatine im Südwesten, ein Begriff, der seit Beginn des 20. Jahrhunderts belegt ist.

Heute zu 100 % französisches Gebäck

Heute sind Croissants und Schokoladenbrötchen zu einer festen Größe in der französischen Bäckerei geworden, obwohl sie ausländischer Herkunft sind. Sie gehören neben Baguettes und Flans zu den täglich meistverkauften Produkten in handwerklichen Bäckereien.

Diese Backwaren gibt es auch in vielen modernen Varianten: gefüllte Croissants (mit Mandeln, Praliné, Pistazien), neu interpretierte Schokoladenbrötchen (gefüllt, gerollt, als Cruffin) und nicht zu vergessen ihre Präsenz in den Auslagen renommierter Konditoren und Bäcker, die sie mutig neu erfinden!

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