Zwischen dem Arc de Triomphe und dem Place des Ternes schlägt Leriche eine einzigartige Bahn in die Gastronomie-Landschaft Paris’ ein. Eröffnet im Jahr 2023, ist dieses kreolische Restaurant ein sichtbares Zeichen eines kulinarischen Erbes karibischer Traditionen von beeindruckender Vielfalt, die in der Metropole noch viel zu wenig erforscht ist.
An der Spitze steht Chef Jean-Rony Leriche, dessen Werdegang alles andere als gewöhnlich ist. Früher studierte er Chemie, war erfolgreich im Basketball und absolvierte später eine Kochlehre. Sein erster Schritt in die Gastronomie führte ihn nach Toulouse, bevor er sich in der Stadt der Lichter niederließ. An seiner Seite sorgt Christine Leriche mit ihrer herzlichen und aufmerksamen Art für das reibungslose Ambiente im Restaurant.
Die hier angebotene Küche beschränkt sich keineswegs auf eine einheitliche Sichtweise der Antillen – ganz im Gegenteil: Sie vereint eine Vielzahl von Regionen und Geschichten, vom Haiti, dem Herkunftsort der Eltern des Küchenchefs, über die Guadeloupe, wo er geboren wurde, bis hin zur Martinique, Heimat seiner Frau. Diese Vielfalt prägt eine kulinarische Herangehensweise, die tief verwurzelt ist und bei der jeder Teller eine Geschichte erzählt.
Das Essen wird so zu einer echten kulturellen Entdeckung, bei der ein Chef seine Anekdoten und Erinnerungen gerne teilt und jedem Gericht eine bedeutsame Erinnerung verleiht. Hinter einem Rezept verbergen sich ein Produkt, eine Region und manchmal sogar eine persönlichere Geschichte – über den Menschen oder das Land. Eine faszinierende immersive, lehrreiche und fesselnde Erfahrung.
Um den Überblick über die Vielzahl neuer Geschmackserlebnisse zu behalten, bildet ein roter Faden die Grundlage der Karte von Leriche: das Boucanage. Diese alte Räuchertechnik bei hohen Temperaturen ermöglicht es, Fleisch und Fisch langsamer zu garen – und das bei gleichzeitiger Bewahrung von Zartheit und Saftigkeit.
Das Ergebnis besticht durch feine Raucharomen, die dezenter sind als beim herkömmlichen Räuchern. Das Verfahren lässt sich mutig auf eine Vielzahl von Zubereitungen anwenden, sogar auf süße Akzente wie beispielsweise auf geschlagene Sahne!
Die Verkostung hält ihre eigenen Überraschungen bereit. Die hausgemachten Chilisaucen, die separat serviert werden, ermöglichen es, die Schärfe individuell anzupassen – mit Optionen wie Chili-Chili, Bondamanjak-Chili mit Passionsfrucht, Hibiskus, Vanille oder Zitrusfrüchte.
Auch die Gerichte wecken die Neugier: Ein Marlin-Tartar mit Topinambur aus der Heimat, Lambi in Cremeform und Würfeln serviert in seiner Muschel, samtiges Yam-Süppchen und geräucherter Schweinebauch, beide in einer Kalebasse serviert, oder auch Bébélé, ein ikonisches Gericht von Marie-Galante, das eine Geschichte erzählt, die untrennbar mit der Sklaverei verbunden ist.
Auch die Beilagen erzählen ihre eigene Geschichte. Dombrés (ein einfaches Gericht aus Klößchen aus Mehl und Wasser), Mehl aus Brotfrucht, giraumon masalé (eine würzige Kürbissorte) oder Djon Djon-Reis (Basmati-Reis, dem ein Pilz seine Farbe verleiht) bieten eine überraschende Vielfalt an Aromen.
Das Antillen-Loch setzt den Ausflug fort, ebenso wie die hausgemachte Pflanzeninfusion (Brisa-Blatt, Zitronengras, Clitoria) aus dem Garten des Küchenchefs. Man darf sich ganz einfach von den wunderbaren Entdeckungen und neuen Geschmackserlebnissen mitreißen lassen.
Familiär mit der Welt der Produzenten, bietet Küchenchef Leriche auch Rum-Verkostungen an, bei denen er eine handverlesene Auswahl vom klassischen bis hin zu ganz seltenen Tropfen präsentiert — in 3, 5 oder 7 Gläsern (29€/50€/75€). Seine leidenschaftliche Erzählweise macht Lust, den Schritt zu wagen (und die Flaschen mal zum Springen zu bringen!).
Auch die karibischen Cocktails dürfen nicht fehlen, wie zum Beispiel der Mango-Passion-Cocktail (Mangosaft, Passionssirup, Passionpunsch; 13€) oder der Plantagen-Cocktail (Fruchtsaftmix, Vanille, Muskat, Zitronenzeste, Zimt; 13€).
Die Preise für die Degustationsmenüs liegen bei 39€-49€ zum Mittagessen, und abends kostet das 7-Gänge-Menü 79€. Hier folgt der restliche Reiseverlauf in Bildern!
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Rinderpastete, Stockfisch-Accra, neu interpretierte Quiche Lorraine mit Kabeljau und Banane
Marlin-Tartar mit Topinambur aus der Heimat, Cassava, Mousse und Lambi-Würfel, rauchiger Chatrou
Stückiges Yams-Gemüse, geräucherte Schweinebrust, Avocado, kräftiger Thymian, Clitoria, geräucherte Schlagsahne
Millefeuille mit grünem Papayasalat, Mango-Salsa, Avocado-Féroce und geräuchertem Kabeljau-Tartar
Antillaisen Fisch, exotisches Sorbet, Rum-Likörschaum und vegetarischer Chili
Geräucherter Bar, Bisque, Dombrés, Süßkartoffel-Mousseline, Linsendahl, Giraumon-Masalé, Kochbananen, Djon Djon Reis
Geräucherter Hühnchen, Rinder- und Geflügelfleischsaft, Süßkartoffelpüree, Linsendal, Giraumon-Masala, Kochbananen, Djon Djon-Reis
Hausgemachter Kokosnusskuchen mit Maniok- und Fruchtbrotmehl, Passionsfruchtmousse mit einem Kern aus roten Beeren und Schwarzen Johannisbeeren, Corossol-Pralinen-Tuile, würziger Crumble und Jujube-Sorbet
Schokoladenkuchen, Schokoladenganache, Marquise aus Schokolade und Praliné auf einem Schokoladenbiskuit, Mousse aus Schokolade mit Kakaokunstwerk, geräuchertes Butterbrot, Schokoladensorbet zur Kommunion, Kakaocrumble, Tombolo-Sauce
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Dieser Test wurde im Rahmen einer beruflichen Einladung durchgeführt. Sollten Ihre Erfahrungen von unseren abweichen, teilen Sie uns dies bitte mit.
Standort
Leriche
16 Rue Brey
75017 Paris 17
Offizielle Seite
www.leriche-restaurant.fr



































































