In Paris eröffnen sich manche Adressen zufällig bei einem Spaziergang, andere werden fast schon unter der Hand weitergereicht – wie ein kostbares Geheimnis unter Liebhabern guter Küche. Die Kantine der Haus der armenischen Kultur gehört eindeutig zu dieser zweiten Kategorie, denn von der Straße aus lässt sich kaum etwas von ihrer Anwesenheit ahnen.
Keine Beschilderung, keine Terrasse, kein Schild, das Passanten anlockt. Man muss eine unauffällige Kutschpforte öffnen, einen ruhigen Innenhof durchqueren, eine Treppe hinaufsteigen und schließlich die erste Etage erreichen, um dieses Restaurant zu entdecken, von dem viele Pariser nicht einmal wissen, dass es existiert. Eine diskrete Ankunft, die dem Charme des Ortes bereits ihren Beitrag leistet.
Hinter dieser Adresse stehen Tchinar und Mamikon Arakelian. Er sorgt in der Küche, sie empfängt die Gäste mit einer offenen Herzlichkeit. Schon von den ersten Minuten an fühlt man sich eher wie ein Gast bei Freunden als wie ein Gast in einem Restaurant. Die Besitzerin nimmt sich die Zeit, die Gerichte zu erläutern, ihre Herkunft zu erklären und ein paar Einblicke in die armenische Kultur zu geben, bis sie von ihrem Alphabet erzählt und von den unterschiedlichen kulinarischen Einflüssen ihres Landes spricht.
Wenn die Khinkali auf den Tisch kommen, zeigt sie gern, wie man sie genießt, ohne auch nur einen Tropfen der kostbaren Brühe zu verlieren, die in ihnen steckt. Wenig später erklärt sie weise, dass man das noch flüssige Ei mit dem Käse des Khachapouri vermengen sollte, bevor man ihn kostet. Solche einfachen Gesten machen das Erlebnis dennoch besonders herzlich.
Die Einrichtung passt zur Küche: unprätentiös, aber zutiefst aufrichtig. Der große Saal, von Licht durchflutet dank seines Blicks auf einen hof mit Bäumen, scheint in der Zeit stehen geblieben zu sein. Armenische Flaggen, Porträts, traditionelle Gegenstände und Vintage-Dekoration erzählen dezent die Geschichte des Ortes und des Landes. Hier wurde nichts für Social Media oder Modetrends geplant: Die Authentizität geht der Ästhetik vor.
Und die Kundschaft irrt sich nicht! An den benachbarten Tischen tummeln sich armenische Familien, eine Clique junger Stammgäste, ehemalige Viertelbewohner und einige gut informierte Touristen. Die Mundpropaganda funktioniert so gut, dass Reservierungen dringend empfohlen werden, da der Saal regelmäßig ausgebucht ist.
In der Küche gibt es weder pompöse Haute Cuisine noch minimalistisches Geschirr. Die Maison versteht sich auf eine familienfreundliche Küche, großzügige und tröstliche, zubereitet mit ganz viel Herz. Eine Küche, die auch die Geschichte eines Landes erzählt, das am Schnittpunkt mehrerer Einflussrichtungen liegt, denn die armenische Gastronomie greift ebenso im Kaukasus wie im Nahen Osten oder im Erbe der Sowjetunion hinein. Eine Mischung, die sich natürlich auf der Karte widerspiegelt, zumal Tchinar selbst armенische und georgische Wurzeln hat.
Die Vorspeisen, gedacht zum Teilen für zwei Gäste, eröffnen den Abend perfekt: Weinblätter vegetarisch (5 Stück für 7€), große Champignons de Paris gefüllt mit Käse und im Ofen gratiniert (8€), russischer Salat oder auch armenische Käsesorten.
Zu den Pflicht-Highlights gehört auch das Khinkali (18€ für 5 Stück), georgische Ravioli in großer Größe, gefüllt mit Rind und einer heißen Brühe. Beim ersten Biss tritt der Saft großzügig aus, erinnert an die berühmten xiaolongbao chinesischer Prägung, bevor eine besonders schmackhafte Füllung zur Geltung kommt. Serviert mit Salat und einem Klecks Sauerrahm ist dieses Gericht eine der angenehmsten Entdeckungen dieses Menüs!
Ebenso unübersehbar ist das Khachapuri (19€), dieses ikonische Teiggericht, das mit schmelzendem Käse gefüllt ist und von einem noch flüssigen Eigelb gekrönt wird. Nachdem man beides vermischt hat, entsteht eine besonders verführerische Zubereitung, in die man die noch heißen Teigstücke hineintaucht.
Die Speisekarte bietet weitere große Klassiker, darunter das Sou-Beurek, gegrilltes Hühnchen nach armenischer Art, die mit Rind gefüllte Aubergine und schließlich Baklava mit Honig und Nüssen zum süßen Abschluss. Was Getränke angeht, runden Biere, Limonaden und armeniische Weine die Reise natürlich ab!
Wenn die Kantine der Maison de la Culture Arménienne vielleicht nicht die Feinschmecker der gehobenen Gastronomie begeistert, liegt ihre Stärke woanders: in der Aufrichtigkeit des Empfangs, in der Großzügigkeit der Gerichte und in diesem seltenen Gefühl, einen Ort entdeckt zu haben, der sich noch den am stärksten vermarkteten Routen entzieht. Eine Adresse, zu der man kommt, um gemeinsam zu speisen und zugleich eine Familie, eine Kultur und eine Geschichte kennenzulernen. Ein echtes verstecktes Juwel im Herzen von Paris.
Armenische und georgische Restaurants in Paris, unsere guten Adressen aus dem Kaukasus
Gegrilltes, Spieße, deftige Suppen und gefüllte Weinblätter ... Entdecken Sie den Reichtum der armenischen und georgischen Küche in den kaukasischen Restaurants in Paris! [Mehr lesen]
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Termine und Öffnungszeiten
Nächste Tage
Donnerstag :
von 12:00 bis 15:00
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Freitag :
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Samstag :
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Montag :
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Dienstag :
von 12:00 bis 15:00
- von 19:00 bis 23:00
Mittwoch :
von 12:00 bis 15:00
- von 19:00 bis 23:00
Standort
Haus der Armenischen Kultur
17 Rue Bleue
75009 Paris 9
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Offizielle Seite
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