Der tea time ist nie bloß ein Ritual: Er erzählt von einem Ort, einem Erbe, einer Lebensart. Im Meurice, dem ersten Pariser Palace, der schon 1835 britische Reisende empfing, erneuert Cedric Grolet diese Tradition mit einer feinen Balance aus Respekt vor den Gepflogenheiten und Kreativität. Das Restaurant Le Dalí, von Philippe Starck entworfen, bietet eine helle, offene Kulisse für diese Auszeit, in der jedes Detail – Licht, Mobiliar, der Servier-Takt – zur Poesie des Moments beiträgt.
Der salzige Auftakt dieses Tea-Time-Programms spielt mit Texturen und Kontrasten. Das mit Trüffel verfeinerte Schinken-Butter-Baguette interpretiert den klassischen Pariser Klassiker neu: 12 Monate gereifter Schinken, braune Butter mit Trüffelöl und ein weiches, hausgemachtes Brot. Der Lobster Roll, leicht und luftig, verbindet Hummer mit einer dezent säuerlichen Mayonnaise. Der gezupfte Lachs, noch zartrosa und zitronig, liegt auf einem mehrkornigen Wiener Brot und wird von Caviar gekrönt.
Und der Service wechselt dann zu den Süßspeisen, präsentiert von einem handgefertigten Silberbaum, der die frischen, kunstvoll geformten Früchte enthüllt – Yuzu, Apfel, Mango, Erdnuss, Pistazie, Pekannuss – die berühmten Trompe-l’œil-Pâtisseries, wie kleine bunte, essbare Schmuckstücke. Die Madeleines, Brioche, Kuchen und Scones, direkt heiß aus dem Ofen, erfüllen den Raum mit ihrem Duft und laden zu einer großzügigen, wohltuenden Verkostung ein.
Für 95 € enthält die Pause ein Heißgetränk (Kaffee, Tee oder heißer Kakao); Champagner ist separat zu haben. Zwischen englischer Tradition und französischer Kreativität lässt sich der Tea Time des Meurice als ein raffiniertes Erlebnis genießen, bei dem Genuss mit Bedacht und Eleganz gelebt wird.
Unsere Einschätzung:
Unter der zarten Fassade verbirgt dieses Tea Time eine erstaunliche Liebe zum Detail… und zur Großzügigkeit. Hier besser mit leerem Machen des Magens anreisen: Das Erlebnis entfaltet sich am besten auf nüchternen Magen, sonst entgeht einem einiges.
Salzig geht es wortwörtlich zur Sache: Drei Sandwiches pro Person, und keine Stangenware. Der Hummer, geflochten in einem unglaublich frischen Brioche-Brötchen, setzt auf Weite: fleischig, mit gut gewürzter Mayonnaise, ein Hauch Schnittlauch-Vinaigrette, der alles aufhellt. Am Anfang zu bevorzugen, denn das Gleichgewicht hängt eng an dieser Frische. Deutlich zweifelhafter wirkt der Fake-Lobster-Roll mit Lachskrümeln und Kaviar: eine marée zu hoch, schmeckt stark fischig und könnte den Kaviar eher beschatten als beleuchten – besser später genießen oder in kleinen Dosen probieren. Der Schinken–Comté–Trüffel bleibt anspruchsvoll-konservativ: Der Trüffel tritt auf, ohne zu übertreiben, wodurch man die Geschmackskaskade mit den stärkeren Aromen nicht gleich zu Beginn überreizt.
Dann fällt der Blick auf den Baum – ein prunkvoller, skulpturaler Verkaufsständer, hinter dem reifen sechs Fruchtminiaturen pro Gast heranwachsen: ein Trio Früchte (Roter Apfel, Passionsfrucht, Mango) und ein Trio Nüsse (Erdnuss, Pistazie, Pecannuss). Keine feste Reihenfolge beim Genuss: Man pickt frei zwischen saftigen, frischen Desserts, gepudert mit Kompotten und Stückchen, und Kreationen, die stärker an Gebäck erinnern, teils leicht nussig, teils fast pralinenartig in Textur.
Der Service am Plateaulauf öffnet anschließend eine warme Runde: Zuckerkuchen, Kouglof, Scone mit Birnensauce, Marmorgebäck, Madeleines… alles frisch serviert, noch lauwarm, von einem Koch, der von Tisch zu Tisch geht. Der Ansatz ist großzügig und ohne Einschränkungen: Hier ist ein Liebingsmoment ganz sicher nachbestellbar – und es wäre schade, sich zu zügeln.
Zwei Getränke pro Person – warm und kalt – mit hübscher Auswahl. Speziell hervorzuheben sind die Lattes, kreativer als üblich für dieses Ambiente.
In gedämpftem Licht und intimer Atmosphäre (mit einer eher modernen Playlist während unseres Besuchs) pflegt dieses Tea Time Überfluss und Überraschung und serviert beim Gang am Tisch immer wieder ein kleines Gefühl von Genuss.
Empfehlenswert für eine schmeckende Auszeit ohne Einschränkung oder einen festlichen Anlass. Allerdings könnten Puristen eines sehr klassischen Tea Time oder Gäste mit kleinem Appetit hier eine zu großzügige Erfahrung erleben – hier kommt man, um sich treiben zu lassen, nicht um klein zu knabbern. Und falls doch etwas fehlt, gibt es Doggy Bags, damit der Genuss nicht enden muss.
Dieser Test wurde im Rahmen einer beruflichen Einladung durchgeführt. Sollten Ihre Erfahrungen von unseren abweichen, teilen Sie uns dies bitte mit.
Termine und Öffnungszeiten
Nächste Tage
Freitag :
von 12:30 bis 17:30
Samstag :
von 12:30 bis 17:30
Sonntag :
von 16:30 bis 17:30
Montag :
von 12:30 bis 17:30
Dienstag :
von 12:30 bis 17:30
Mittwoch :
von 12:30 bis 17:30
Donnerstag :
von 12:30 bis 17:30
Standort
Restaurant le Dali
228 Rue de Rivoli
75001 Paris 1
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Infos zur Barrierefreiheit
Zugang
M°Tuileries
Tarife
À partir de : €95
Reservierungen
restaurantledali.lmp@dorchestercollection.com
0144581044
www.dorchestercollection.com
Weitere Informationen
Montag bis Samstag von 12:30 bis 17:30 Uhr, sonntags von 16:30 bis 17:30 Uhr































