Der 1. Arrondissement von Paris bietet eine Fülle von historischen Cafés, für manche typisch, für andere authentisch, die mitten in einem der touristischsten Viertel der Hauptstadt ihren Charme vergangener Zeiten bewahren. Doch diesmal laden wir Sie zu einer Adresse mit zeitgenössischerem Geist ein. In der Nähe des Louvre, im Saint-Honoré-Viertel, hat sich ein Ort mit sonnigem Flair seinen Platz geschaffen: Solaria.




Hier findet man beides: eine Konditorei und ein Coffee-Shop, in einem Umfeld, das den historischen Charme des Viertels bewahrt und gleichzeitig moderno Akzente setzt. Solaria ist kein Trend-Spot, sondern schlicht die Verwirklichung eines Kindheitstraums von Jeanne, einer leidenschaftlichen pâtissière. Hier trifft man eher auf eine Adresse, zu der Pariserinnen und Pariser aller Generationen gern Zuflucht suchen, um eine tröstliche Pâtisserie und verführerische Getränke zu genießen.




Die Pâtisseries sind ganz schön üppig und dicht, daher empfehlen wir, sie zu teilen, wenn Sie nicht daran gewöhnt sind: Es wartet eine ordentliche Nachmittags-Pause. Solaria versucht nicht, in seinen Kreationen eine außergewöhnliche Identität zu schaffen, sondern setzt eher auf eine Karte sündiger Leckereien. Die Kuchen sind raffiniert und doch großzügig, dazu gibt es auch Cakes, Cookies und sogar Canellés, die es ermöglichen, zwischen verschiedenen Gelüsten zu jonglieren und sich an jedes Budget anzupassen. Das reicht von 2 € für eine Madelein bis 7–9 € pro Stück.
Das bedeutet nicht, dass die Kreationen unumstritten wären; sie tragen dennoch ihren eigenen Charakter. Als Beleg dient die Pistazientorte, in der das grüne Gold in verschiedenen Texturen interpretiert wird, ohne den eigentlichen Geschmack dieser Nuss zu verfälschen, und durch eine deutlich präsente Fleur de Sel verfeinert. Das Ergebnis kann polarisieren: Wer gern nascht, aber nicht extrem süß ist, könnte hier seinen Ausgleich finden.
Die Saint-Honoré-Variante Solaria, gekrönt von einer Cremefüllung, schmeckt nach Kindheit. Und obwohl sie beim Verkosten viel Süße verspricht, tritt ihr reichhaltiges, cremiges Karamell deutlich in den Vordergrund und präsentiert sich ebenfalls als klare Stil-Entscheidung. Diese beiden Gebäckstücke mögen so unterschiedlich sein, doch in jedem steckt ein überraschendes Element, deutlich markant und kraftvoll, das am Ende Jeannes Handschrift trägt.
Was die boissons angeht, hat die Adresse mehrere Trumpfkarten parat. Einerseits gibt es im Coffee-Shop die inzwischen unverzichtbaren Matcha-, Golden- und andere Latte-Variationen, wobei man auch pflanzliche Milch wählen kann, ohne Aufpreis. Für einen Espresso zahlt man 2,50 €, und 5 bis 6 € für Barista-Kreationen. Wir haben uns für den Schwarzen Sesam entschieden, weniger verbreitet: wenig süß, mit einer schönen cremigen Schaumtextur, war für uns die passende Wahl, um die Backwaren zu begleiten.




Man findet auch Smoothies (7 €), frisch zubereitet, bei denen Sie bis zu drei Früchte auswählen können und gegen Aufpreis (+1 €) ein Superfood Ihrer Wahl hinzufügen können, darunter Kollagen, Ginseng oder Maca. Die Preise dort sind im Vergleich zu ähnlichen Adressen in der Gegend relativ günstig.
Der große Vorteil besteht darin, dass Solaria auch eine unerwartete Wohlfühloase versteckt: Es handelt sich hier nicht nur um eine Kuchen-Theke, und die Sitzgelegenheiten beschränken sich nicht auf die Terrasse in sonnigen Tagen. Oben eröffnet sich ein vertraulicher Café-Bereich, der wie eine Pariser Wohnung konzipiert ist – mit einer prächtigen Fensterfront, die den Blick auf die Kirche und die Straße freigibt, ohne sich dem Trubel ausgeliefert zu fühlen.
Die Bestuhlung ist bequem, man kann sich hier in aller Ruhe niederlassen, ohne Angst haben zu müssen, zum Weggehen gedrängt zu werden, wenn man sich zu lange aufhält. Der Zugang erfolgt jedoch über eine Treppe mit engen Stufen, weshalb der Ort für Mobilitätseingeschränkte schwer erreichbar ist.
Wenn das Wetter schön ist und die Terrasse voll belegt ist, sollte man erwähnen, dass diese Konditorei nur einen Steinwurf von zwei der prägenden Gärten der Hauptstadt entfernt liegt: dem Jardin des Tuileries und dem Jardin du Palais-Royal. Es gibt Take-away, und Bambusbesteck wird angeboten – perfekt für eine entspannte, sonnige Snackpause im Freien! Das Schneiden mit dem Löffel ist vielleicht nicht die praktischste Lösung, doch die feinen Gebäcke lassen sich auch gut mit der Hand genießen – einfach hineinbeißen.
Wer das ikonische Paris-Klischee erleben will – und das ist ja nichts Verwerfliches – in einem historischen oder luxuriösen Rahmen, wie bei Angelina oder dem Comptoir du Ritz, findet hier nicht wirklich den passenden Spirit. Solaria nous entraine uns vielmehr ins Paris der Insider, mit einem intimen Spot, wo Liebhaber von angesagten Coffee-Shops wie Café Kitsune oder Lactem ebenfalls hervorragende pâtisseries genießen – und das zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis gegenüber dem Viertel.
Dieser Test wurde im Rahmen einer beruflichen Einladung durchgeführt. Sollten Ihre Erfahrungen von unseren abweichen, teilen Sie uns dies bitte mit.
Termine und Öffnungszeiten
Von 2. April 2026 bis 31. Dezember 2027
Standort
Konditorei Solaria
154 Rue Saint-Honoré
75001 Paris 1
Zugang
Louvre-Rivoli (Linie 1)











































