Neues Restaurant marokkanisch im 17. Berliner Arrondissement? Gamra öffnet buchstäblich die Tür zur Nachbarschaft. Nachdem vor zwei Monaten ein Street-Food-Stand für marokkanische Spezialitäten in der Rue Cardinet eröffnet wurde, hat das Familienunternehmen, geführt von Vater und Sohn, den angrenzenden Raum übernommen – ein ehemaliges Farbenfachgeschäft, das nun Platz für 24 Gäste bietet. In 182 rue Cardinet, unweit des Parc Clichy-Batignolles Martin Luther King, verfolgt das Haus eine klare Philosophie: Alles wird hausgemacht – von den Eintopfgerichten bis zu den luftigen Broten und den marokkanischen Süßigkeiten, nach traditioneller Art zubereitet.
Die Adresse hat bisher noch keinen großen Eindruck im Batignolles-Viertel hinterlassen, genau das macht sie aber zu einem spannenden Geheimtipp. Erste Meinungen sind bereits sehr vielversprechend, und man versteht schnell warum, sobald man Platz genommen hat.
Schon beim Betreten setzt das Ambiente den Ton. Die Dekoration setzt auf Authentizität mit stimmiger Gestaltung: Das marokkanische Blau dominiert die Wände und erinnert sofort an die engen Gassen von Chefchaouen oder die Fassaden von Fès. Bilder, die den Sahara-Charme Marokkos spiegeln, schmücken die Wände, während traditionelle Lampenschirme ein warmes, sanftes Licht verbreiten. Die typische Keramik ist geschmackvoll im Raum verteilt, und im Hintergrund sorgt eine Zellige-Brunnen für den letzten Schliff – ein charmanter Blickfang, der an die beliebten Riad-Häuser erinnert. Ohne übertreiben zu wollen, hat das Lokal eine fesselnde, fremde Atmosphäre geschaffen – das ist wahrlich keine leichte Aufgabe, gerade in einem ehemaligen Farbenladen.
Hier gibt es keine Schnörkel: Die Speisekarte ist klar umrissen, aber liebevoll gestaltet, mit einem Mittagessen-Angebot für 20 Euro, das eine Vorspeise und eine Hauptspeise umfasst. Als Auftakt serviert man die Harira, diese traditionelle marokkanische Suppe mit Linsen und Kichererbsen, die das Essen mit viel Charakter eröffnet. Für Salatliebhaber bietet das Haus eine schöne Auswahl, darunter den Signature Zaalouk, eine Caviar-artige Auberginen-Ingwersche, die mit Tomaten und Gewürzen eingekocht sind, dazu die hausgemachten Batbout-Brote, die das Gericht perfekt ergänzen.
Die traditionelle Méchouia, zubereitet aus gegrillten Paprika und Tomaten über offenem Feuer, oder auch der frische marokkanische Salat, klein gewürfelt, runden eine großzügige und gekonnt servierte Vorspeise ab. Alternativ kann man sich auch für ein Duo aus Briouates mit Kefta und Hähnchen entscheiden – knusprig, aromatisch und voller Geschmack. Ein gelungener Einstieg.
Bei den Hauptgerichten haben tajines einen festen Platz im Menü. Das Garnelentajine erinnert an die Küste von Essaouira mit seiner hausgemachten Tomatensoße, verfeinert mit frischer Korianderblatt, während das Hähnchentajine mit eingelegten Zitronen aus Marrakesch und violetten Oliven eine echte Spezialität ist. Fleischliebhaber kommen beim Kefta- und Eiertajine voll auf ihre Kosten: Würzige Hackbällchen in einer confierten Tomatensoße, dazu weich laufende Eier – ein echtes Wohlfühlgericht. Für besondere Anlässe lohnt sich die geschmorte Lammkeule mit Trockenfrüchten: sieben Stunden langsam gekocht in einer Safran-Honig-Soße, ein Genuss, der sich lohnt.
Der Couscous steht seinem Ruf nichts nach und wird in einer vegetarischen Variante mit karamellisierten Zwiebeln und Rosinen serviert, dazu gegrillte Merguez, Hausschlacht-Hähnchen oder in der königlichen Version für die ganz Gaumen verwöhnten, bei der Lamm, Hähnchen und Merguez auf einer luftigen Dattel-Hülle thronen. Zart geschmorte Fleischsorten und die äußerst weichen marokkanischen Brote zählen zu den besten Argumenten dieses Hauses.
In der aktuellen Ramadan 2026 bietet Gamra ein Ftour-Menü zum Preis von 39 Euro an, um das Fasten in gemütlicher Atmosphäre zu brechen. Begleitet werden die Mahlzeit von Harira, Chebbakia, Medjool-Datteln und hausgemachten Briouats, bevor man zwischen einem Gambas-Tajine, einem Kefta-Tajine oder einem Huhn-Couscous mit Oliven und Zitronen wählt. Einen Abschluss bildet eine Auswahl marokkanischer Süßgebäcke und frisch zubereiteter Minztee.
Und da wir schon bei Süßigkeiten sind, verdienen die orientalischen Gebäcke von Gamra allein einen Abstecher. Hörnchen aus Teig mit Orangenblütenwasser, Briouats mit Honig, Ghriba mit Mandeln oder Chebbakia – jede Köstlichkeit wird von Hand gefertigt und kostet 2,80 Euro pro Stück oder 10 Euro im Dessert-Sortiment. Dazu passt eine große Teekanne Minztee für 9 Euro – so lässt sich ein Essen perfekt ausklingen, wie man es liebt.
Hierher kommt man nicht, um in zwanzig Minuten wieder abzuhauen. Gamra ist ein Stadtteilrestaurant, das zum Verweilen einlädt — ob mit Familie oder Freunden — zu äußerst fairen Preisen. Derzeit befindet sich das Lokal in pre-Opening am Abend während des Ramadans und soll später sowohl zu Mittag als auch am Abend öffnen. Informieren Sie sich am besten vorher über die aktuellen Öffnungszeiten, bevor Sie sich auf den Weg machen.
Das nahegelegene Street-Food-Geschäft ist ebenfalls geöffnet und perfekt, um eine köstliche Mahlzeit zum Mitnehmen zu bestellen. Gamra befindet sich am 182 rue Cardinet, Paris 17. Bezirk, nur wenige Gehminuten von der U-Bahn-Station Brochant (Linie 13) entfernt. Alle wichtigen Infos finden Sie direkt auf der Website von Gamra.
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Termine und Öffnungszeiten
Nächste Tage
Montag :
von 11:00 bis 23:00
Dienstag :
von 11:00 bis 23:00
Mittwoch :
von 11:00 bis 23:00
Donnerstag :
von 11:00 bis 23:00
Freitag :
von 11:00 bis 23:00
Samstag :
von 11:00 bis 23:00
Standort
Gamra – marokkanisches Restaurant
182 Rue Cardinet
75017 Paris 17
Tarife
Menu entrée + plat : €20
Empfohlenes Alter
Für alle
Offizielle Seite
app.eatself.com
Reservierungen
0624916128











































































