Paris begrüßt Mantra, ein neues Restaurant, das noch immer ganz geheimnisvoll wirkt – doch das sollte sich bald ändern, denn die Pariser Gastronomieszene hantiert damit nicht mehr allzu lange. Es ist bereits durchgesickert: Die Adresse könnte schon bald eine Sternauszeichnung im kommenden Michelin-Führer erhalten – wir sind jedenfalls optimistisch.
Mit nur 18 Plätzen, einem gedämpften Raum, einer offenen Küche gegenüber dem Theke und einer bekannten Adresse im Mikrocosmos (dem früheren Treffpunkt des Weinbars Bourrache), hat Mantra im vergangenen Oktober seine Türen an der Rue Rodier geöffnet. Von Mers-les-Bains bis zum 9. Arrondissement in Paris ist es nur ein Katzensprung!
Dieses franco-malaysische Restaurant markiert in der Tat die Rückkehr des Duo Jonathan Caron und Manogeran 'Jack' Shasitharan in die Hauptstadt, nachdem sie bisher das L’Itinérance in Mers-les-Bains führten. Während der erste Partner auf eine solide Laufbahn zurückblickt (Bernard Pacaud, Christophe Pelé, sowie das einst mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete L’Innocence im Jahr 2020), bringt der zweite Erfahrungen in renommierten Häusern mit (Paris-Nice und sein Küchenchef David Le Corre, das Zurückblicken bei Marc Meneau im Espérance, die Côte Saint-Jacques bei Jean-Michel Lorain, das /hotel-restaurant/restaurant/articles/273851-bellefeuille-le-restaurant-etoile-confidentiel-du-saint-james-paris-par-gregory-garimbay">Saint-James in Paris oder auch das Petit Hôtel Confidentiel).
Zwei gastronomische Wege, aber ein gemeinsames Ziel: Nach Mers-les-Bains soll nun in Paris eine präzise franco-malaysische Küche Einzug halten – frei von klischeehaften exotischen oder folkloristischen Klischees. Ein Erfolg, in einer Stadt, die nur wenige Restaurants aus diesem Land beheimatet: Bei Mantra gibt es keine wackelige Fusionsküche, sondern eine Küche des kulturellen Mischens, die durchdacht und äußerst stimmig ist.
Eine Brücke zwischen der Frankreich und Malaysia, zwischen Techniken der Feinschmecker-Gastronomie und Kindheitserinnerungen auf der Gewürzroute, führt zum Hafen von Malakka, den Heimatlanden des malaysischen Küchenchefs. Dafür präsentiert das Haus drei Menüs: ein Mittagsmenü für 39€ sowie zwei Degustationsmenüs zwischen 89€ und 145€, je nach Anzahl der Gänge.
Mantra ist alles andere als ein sattes Einverständnis – es schlägt zu, bevor es zärtlich streichelt, küsst, um anschließend aufzurütteln. Das Erlebnis beginnt gewagt, man kommt wenig vorbereitet hinein, ohne Vorurteile, aber auch ohne Orientierung. Doch schon bald packt das Menü den Gast, verwirrt ihn, um ihn dann mitzureißen – unterstützt durch einen ausgezeichneten Service, selbst bei der umfangreichsten Degustationsmenü.
Der Chef Manogeran Shasitharan spielt mit den Produkten auf unerwartete Weise: Die Rote Beete, die normalerweise erdige Noten versprüht, wird hier neu interpretiert, die Rose bleibt dezent wie ein floral Wasser, und Hummer, verarbeitet wie ein Wild, wird würdevoll von einer charaktervollen Sauce begleitet. Jeder Gang trifft den Punkt, ganz ohne Showeffekte: Die Vorspeise brüht eine klare Brühe, die mehr Ausdruck vermittelt als manches komplette Menü, während ein einziger Bissen die Harmonie von sauer, bitter, süß, salzig und scharf zugleich entfaltet.
Keine Sorge also: Die malaiischen Produkte und Gewürze prägen jede der Gerichte (Curryblätter, Hibiskus, Tamarind, schwarzer Zitrus, Kooni-Garnelen, fermentierte Kokosnuss), doch hier steht die Wärme im Vordergrund – intensiv, aber ohne Schärfe zu übertreiben. Es ist auch wichtig zu wissen, dass Mantra eine gehobene Gastronomiestube mit deutlich malaiischen Einflüssen ist, die aber auf europäische Geschmacksnerven abgestimmt wurde. Es handelt sich also nicht um eine ausschließlich traditionelle malaysische Küche, sondern um eine moderne Adaption für ein internationales Publikum.
Ein echtes Herzensanliegen und Lieblingsrestaurant für uns, setzt sich das Mantra bereits als eine der schönsten Neuentdeckungen in Paris durch. Der Rest in Bildern!
* * *
Malaysischer Kräuter-Festbrühe, Curryblätteröl, Enoki-Pilze
Geröstetes Schweinefleisch mit vier Gewürzen
Makrele mit würziger Milch
Ajjah-Dattel-Krapfen, Zwiebelcreme, Guanciale, Hibiskuspuder
Sellerie à la pastrami, getrocknetes Grünkohl, Erdnuss-Pommes als Würze
Fermentierte Kokoscreme, Kooni-Garnelen
Rohe Jakobsmuscheln, Rosen-Vinaigrette, Bergamotte, Engelshaar-Chili
Ganze Jakobsmuscheln, Blutorangen, knuspriges Schweinebauchfilet, Rote-Bete-Saft
Blaue Hummer, Shiso-Blatt, Hummersauce mit roten Beeren
Zander, Kalamansi-Sauce, mit einem Glanz von glazed Pilzen überzogen
Clementinen-Konfi mit Algen, Tamarinsorbet, schwarzer Zitrone
Warme Schokoladenmousse, schwarzer Sesam-Crumble, kandierter Ingwer
* * *
Dieser Test wurde im Rahmen einer beruflichen Einladung durchgeführt. Sollten Ihre Erfahrungen von unseren abweichen, teilen Sie uns dies bitte mit.
Standort
Mantra
17 Rue Rodier
75009 Paris 9
Offizielle Seite
mantra-paris.fr







































































