Und wenn man ein Gemälde essen könnte? Das bietet die Maison Fournaise in Chatou (78), als Echo auf die spektakuläre Ausstellung "Renoir und die Liebe: Die glückliche Moderne (1865–1885)" im Musée d’Orsay. Auf dem Balkon selbst, auf dem Renoir 1880 sein Atelier aufbaute, um seine Gäste im grellen Licht festzuhalten, präsentiert das Restaurant bis zum 19. Juli 2026 das Menu des Canotiers, neu interpretiert von Christian Le Squer, dem dreifach mit Sternen ausgezeichneten Küchenchef.
Renoir und die Liebe: Großartige Retrospektivausstellung im Musée d'Orsay in Paris – Eindrücke und Fotos
Wenn die Liebe zum Licht wird, macht Renoir daraus eine Kunst. Mit der Ereignisausstellung "Renoir et l'amour" vom 17. März bis 19. Juli 2026 vereint das Musée d'Orsay seine wichtigsten Meisterwerke zu einer ebenso modernen wie zärtlichen Retrospektive, in Zusammenarbeit mit der National Gallery in London und dem Museum of Fine Arts in Boston. [Mehr lesen]
Zur Vorspeise haben Sie die Wahl zwischen einer kleinen Frittierten von Eperlans oder der Canotiers-Platte (Rémoulade aus Sellerie, geräucherter Hering, Rote Beete und Radieschen, chiffonierte Pariser Schinken). Die Hauptgerichte bieten entweder gratinierte Zander-Quenelles in einer Krebssoße oder Poularde mit Gemüse des Pot-au-feu, dazu eine leicht cremige Soße. Das Dessert beschließt den Speisegang mit Poire au vin und Vanilleeis oder Quarkdessert mit Kirschen, Amaretto und gerösteten Mandeln. Rechnen Sie mit 39 € für dieses Spezialmenü.
Die Maison Fournaise, auf der Insel der Impressionisten, wurde 1857 von Alphonse Fournaise gegründet. Schon bald avancierte sie zum Treffpunkt für Künstler, zahlungskräftige Besucher und Bootsliebhaber. Alphonsine Fournaise verwöhnte die Maler und Gäste, während die Seine und die umliegenden Gärten das Menü diktierten.
Monet, Degas, Pissarro, Sisley, Berthe Morisot und Caillebotte haben diese Orte alle fréquentiert, und Renoir malte dort mehr als ein Dutzend Gemälde, darunter das berühmte Déjeuner des Canotiers. Nach einer langen Schließung zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Haus restauriert und zum Historischen Denkmal erklärt, um heute einen hellen und authentischen Rahmen zu bieten.
Vor oder nach Ihrem Besuch im Orsay nehmen Sie die RER-A nach Chatou-Croissy und verlängern das Erlebnis im Musée Fournaise, direkt neben dem Haus gelegen. Flanieren Sie entlang der Ufer, auf denen Renoir die goldenen Lichtreflexe der Seine einfing, und beenden Sie Ihren Ausflug im Musée de la Grenouillère in Croissy-sur-Seine.
Und wenn Sie sich für die Dauer eines Essens in ein impressionistisches Gemälde hineinversetzen würden?
Unsere Einschätzung:
Im Maison Fournaise greift das Menü «Déjeuner des canotiers» das Renoir-Universum und die Ausstellung im Musée d’Orsay auf und verspricht ein Frühstück am Wasser – genau dort, wo Le Déjeuner des canotiers einst inspiriert wurde. Und hier lohnt sich das Erlebnis sowohl wegen der Atmosphäre des Ortes als auch wegen der Küche.
Der Menu-Ansatz setzt auf traditionelle französische Küche, großzügig, aber nicht überraschend. Die kleinen Fische à la friture d’éperlans kommen großzügig portioniert, auch wenn die Zubereitung bei unserem Besuch etwas zu lange gedauert hat, wodurch der Fisch trocken und etwas fade wurde, Salz fehlt. Spannender ist die Palette der Canotiers: Selleriesalat, geräucherter Hering, Rote Beete, Radieschen und Schinkenblätter in einer zum Snacken passenden Komposition je nach Lust und Laune. Der Hering, aromatisch und gut gewürzt, entfaltet markante Rauch- und Salztöne – für manche Gaumen womöglich zu markant – und bildet mit dem Schinken eine ungewöhnliche Land–Meer-Variante, die sich von den klassischeren Vorspeisen abhebt.
Die Meeräschen-Quenelles in Krebsflüssigkeit setzen auf eine besonders großzügige Note mit zwei schönen Quenelles und einer Sauce, deren Geschmack stark fischig ausfällt. Die Perlhuhnbrust mit Gemüse aus der Bouillon bietet eine ausgewogenere Platte, getragen von leicht karamellisierten Gemüse und gelungen gegartem Fleisch.
Die Desserts bleiben in diesem einfachen, großzügigen Stil. Die Weinbirne mit Vanilleeis überzeugt durch Ausgewogenheit aus Frische, Süße und Texturen, während der Schafskäse mit Kirschen, Amaretto und gerösteten Mandeln simpel, aber sättigend bleibt.
Der wahre Seelenimpuls liegt vor allem draußen. Um das Erlebnis voll auszukosten, lohnt sich eine Tischreservierung auf dem offenen Balkon am Ufer der Seine, unter dem berühmten roten Streifenmarkisent, unter dem Renoir einst seine Staffelei aufstellte. Dort gewinnt das «Déjeuner des canotiers» wirklich an Sinn – besonders bei schönem Wetter. Angemessen bepreist für das Umfeld, Fußweg zur RER-Bahnhof in etwa zehn Minuten, großer kostenloser Parkplatz unter der Pont de Chatou und ein angenehmer Spaziergang am Ufer, der das Mittagessen abrundet – die Adresse eignet sich perfekt für einen entspannten Sonntagsausflug mehr als für eine reine Gourmet-Destination.
Dieser Test wurde im Rahmen einer beruflichen Einladung durchgeführt. Sollten Ihre Erfahrungen von unseren abweichen, teilen Sie uns dies bitte mit.
Termine und Öffnungszeiten
Von 17. März 2026 bis 19. Juli 2026
Standort
Restaurant Maison Fournaise
Ile des Impressionnistes
78400 Chatou
Tarife
€39
Reservierungen
0130090530
Weitere Informationen
Di–Sa : 12:00–15:00 und 19:00–22:00 | So : 12:00–16:00 | Montag geschlossen







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