Am Schnittpunkt der Straßen Volta und au Maire, im ältesten chinesischen Viertel Paris, bietet das Restaurant Horiz seit drei Jahren eine moderne Interpretation der Küche Südost-Chinas. Übernommen von zwei Brüdern aus einer Gastronomiefamilie, verbindet das Lokal traditionelles Erbe mit kreativen Ansätzen, vor allem beim Reis, bei Vorspeisen... bis hin zu Desserts!
Früher war hier eine traditionelle chinesische Tafel angesagt, mit großen runden Tischen und drehbaren Plateau in der Mitte. Die Nachkommen haben das Erbe übernommen, aber das Ambiente deutlich modernisiert, ebenso die Atmosphäre, die dort herrscht. Ein Hauch von vergangener Zeit bleibt erhalten: Nur noch ein einziger, großer runder Tisch ist übrig – perfekt für große Gesellschaften.
An der Spitze des Horiz steht Chefkoch Olivier Lin, mit Blick auf die großen Häuser, ausgebildet bei Baptiste Day im Capitaine, sowie Alexandre Lin, der Geschäftsführer des Lokals, der seine Ausbildung in der Pâtisserie gemacht hat. Beide haben ihre ursprünglich vorgesehenen Wege verlassen, um das Familienrestaurant zu übernehmen und es in die Gegenwart zu führen.
Die Speisekarte des Restaurants präsentiert die Küche Südostchinas, die traditionell mild ist, nur selten würzig wird und oft süß-salzig schmeckt. Abseits der scharfen Sichuan-Feuerwerke besticht diese Küche durch feine Nuancen und Sanftheit, was sie für westliche Gaumen ganz natürlich zugänglich macht – selbst die Jüngsten kommen hier nicht zu kurz.
Um sich von den zahlreichen chinesischen Restaurants in der Stadt abzuheben, hatten die beiden Brüder eine brillante Idee: Reis in all seinen Variationen zu verarbeiten – ob als Nudeln, Mehl, Paniermehl oder sogar in alkoholischer Form. Von einem handwerklich gebrauten Reisbier, das exklusiv für das Haus hergestellt wird, bis hin zur Crème Brûlée (7 €), die überraschend cremig ist und mit einer Infusion aus geröstetem Reis verfeinert wird.
Die Cocktails folgen diesem Trend, mit kreativen Signature-Getränken, bei denen Reis die Hauptrolle spielt – ebenso wie die Mocktails auf Basis von Schwarzreis-Kombucha, kreiert vom Pariser Spezialisten für fermentierte Getränke Myfermentation. Als erfrischendes Beispiel dient der Red Lotus Fizz (Holundersirup, Limettensaft, Yuzusirup, Schwarzreis-Kombucha, Mineralwasser, 8€).
Die Speisekarte, ebenso wie die Dekoration (hier ein Glücksbringer-Katze, dort ein kleiner Buddha), trägt auch symbolische Bedeutungen. Die Gerichte zum chinesischen Neujahr begleiten uns hier das ganze Jahr über, ähnlich wie die Glücksnudeln (13,50 €), längliche Reisbänder, die eine direkte Hommage an Großmutters Rezept und Familientreffen sind. Sie werden ergänzt durch eine großzügige Portion Gemüse, geeichtes Schweinefleisch (14,50 €) oder Garnele (14,50 €) – sowohl in Fleisch- als auch in Meeresversion.
Andere verführerische Köstlichkeiten: die Bing (9,50 € das Paar), asiatische Cousins der Tacos – Reispfannkuchen, die sowohl soft als auch knusprig sind und reichlich belegt werden mit Leckereien wie Tofu, Omelett, Peking-Ente oder Karamellisiertes Schweinefleisch (absolut empfehlenswert); außerdem das karamellisierte Hühnchen (16,50 €), ein Gericht, das fast schon ein Schauspiel ist – flambiert am Tisch mit Sake.
Horiz zeigt: In Paris hängt die Renaissance der chinesischen Küche nicht immer an einem Hauch von Verrücktheit, sondern manchmal reicht schon ein Reiskorn!
Dieser Test wurde im Rahmen einer beruflichen Einladung durchgeführt. Sollten Ihre Erfahrungen von unseren abweichen, teilen Sie uns dies bitte mit.
Standort
Horizontal
4 Rue Volta
75003 Paris 3
Offizielle Seite
horizparis.com































