In alten Töpfen macht man die beste Marmelade, und das haben Benjamin Moréel und Christopher Prêchez sehr gut verstanden. Nachdem sie dem Petit Bouillon Pharamond zu neuem Ruhm verholfen haben - das sie mittlerweile wieder verkauft haben -, übernimmt das Duo eine weitere Pariser Institution, diesmal auf dem Montmartre-Hügel: das Bon Bock.
Das Restaurant am Fuße der Butte wurde 1879 eröffnet. Es wurde schnell zu einem der Wahrzeichen des künstlerischen Paris der Belle Epoque und galt als eines der ältesten Restaurants des Viertels. Hier tummelten sich damals bei einem Glas Absinth Manet, Picasso, Toulouse-Lautrec, Van Gogh oder auch Apollinaire.
Heutzutage haben die Künstler und Intellektuellen den Montmartre ein wenig verlassen, aber diekanaille Atmosphäre herrscht dort immer noch vor. Mit dem Ziel, einen Zufluchtsort für Ästheten zu bieten, seien es nun Einheimische oder Touristen, die auf der Durchreise sind, übernahmen die beiden Freunde diese Institution in Montmartre .
Das Bon Bock ist mittwochs bis sonntags zum Abendessen und am Wochenende durchgehend geöffnet. Benjamin Moréel und Christopher Prêchez haben die Seele des Lokals bewahrt, insbesondere die Dekoration mit ihrem herrlich altmodischen Charme: Kerzen, Holzvertäfelung, Fresken, eine große Bar, Dutzende von Bildern an den Wänden, Musik aus alten Zeiten aus den Lautsprechern und im Hintergrund ein ganz besonderer Raum, der für mehr Privatsphäre privatisiert werden kann: eine von der Straße aus nicht sichtbare Pianobar für Piano-Voice-Abende.
Adrien Chiche, der Leiter des Restaurants, der auch Teilhaber des Unternehmens und Chefkoch der Getränke ist, ist ein guter Ratgeber und stellt die Angebote auf der Karte vor. Hier ist die französische Küche in ihrer ehrfürchtigsten Form Königin, sogar mit einer lange vergessenen Wochenkarte, auf der man derzeit mittwochs ein normannisches Rindersteak zum Teilen (89€), donnerstags gegrilltes Kalbsbries mit Püree (39€) oder freitags einen bretonischen Hummer auf Pariser Art (69€) entdeckt.
Auf der Speisekarte, die dreimal im Jahr wechseln soll, stehen Klassiker des Genres, die sich der Chefkoch Salim Soilah, der schon im Petit Bouillon Pharamond gearbeitet hat, ausgedacht hat: Mimosa-Eier mit Bottarga (8,50€), Froschschenkel in Petersilienbutter (14,90€), Geflügelpastete mit Gänseleber und Steinpilzen (15,90€), Gemüsevol-au-vent für Vegetarier, Entenbrust mit Suzette-Sauce (23,90€) für weniger Vegetarier, während die konfierte Rinderbacke mit Burgundersauce (18,90€) auf ihrem Muschelbett eine regressive Rolle spielt.
Dasselbe gilt für die Desserts, bei denen die Tradition im Vordergrund steht: Baba au rhum (11,50€) mit dem genannten Getränk oder Crème brûlée mit Bourbon-Vanille (8,90€), die man wie in Amélie Poulain mit dem Löffel zerdrücken kann!
Dieser Test wurde im Rahmen einer beruflichen Einladung durchgeführt. Sollten Ihre Erfahrungen von unseren abweichen, teilen Sie uns dies bitte mit.



























