Findet man sich im Herzen der schicken Viertel und mitten in einem der am stärksten frequentierten Touristenziele Paris wieder, ist es nicht immer einfach, eine passende Stelle zum Essen zu finden, wenn man nicht weiß, wohin man gehen soll. Die Sorge bleibt: Eine traumhafte Kulisse könnte eine zu teure Rechnung verbergen, man fürchtet eine “Attrape-touristes”-Falle, man prüft Bewertungen, Speisekarten, schlendert durch die Straßen, lässt sich treiben, während der Magen immer lauter knurrt.
Wenn Sie sich in der Nähe des Musée de l’Homme, des Palais de Tokyo oder des Palais Galliera befinden und den typischen Pariser Bistrot-Charme mögen, dann ist hier eine verlässliche Adresse für eine genussvolle Zwischenpause: das Petit Chaillot. Die Adresse fällt im chicen Viertel auf und präsentiert sich wie ein UFO. Man spürt den Charme eines Paris d’Antan, den warmherzigen Humor eines Kneipenlokals, die Geselligkeit eines Quartier-Juwels und die Kreativität der angesagten Brasserien.
Wir gehen nicht speziell wegen des Ambientes dorthin, sondern wegen der Vielseitigkeit des Lokals: Man kann hier genauso gut zum Apéro vorbeischauen, dort nur ein Glas trinken und ein wenig knabbern, wenn der Sinn danach steht (mit insbesondere hausgemachten Hühnchenrillettes für einen afterwork in einer bonne franquette), wie auch zu jeder Tageszeit eine Mahlzeit genießen, das Restaurant bietet durchgehend Service (mit einer etwas reduzierteren Karte zwischen Mittag- und Abendessen).
Für Liebhaber des Eier Mayo, dem großen sündigen Vergnügen der Pariser, gibt es hier täglich neue Interpretationen. Bei unserem Besuch konnten wir eine Variante mit Bärlauch probieren, begleitet von Salicornia und allem mit Muscheln garniert. Das Ganze war recht originell, gut umgesetzt und bot eine ausgewogene Balance zwischen salzigen Meeresnoten und der Milde des Eigelbs.
Wir setzen auch auf die aktuelle herzhafte Tarte, diesmal mit Endiven, verfeinert mit Isigny-Crème: Eine Vorspeise, die diesmal eher rustikal und wärmend wirkt. Die Rezepte werden nicht im Detail vorgestellt; wer gern alles probiert, lässt sich von der Entdeckungslust tragen. Falls es jedoch Zutaten gibt, die Sie wirklich nicht mögen, fragen Sie bitte nach weiteren Informationen oder erkundigen Sie sich, ob die Gerichte Aromen enthalten, die auf Ihrer Schwarzen Liste stehen.
Im Allgemeinen setzen die Vorspeisen und Desserts eher auf Originalität, während die Hauptgerichte gepflegt klassische Kreationen darstellen. Schließlich kommt man im Petit Chaillot so, wie man ist, und nimmt es so, wie es kommt. Hier fragt man nicht nach dem gewünschten Gargrad des Fleisches: Es wird serviert, wie die Küchenchefin es als richtig erachtet. Wer sein Fleisch wirklich „gar genau“ möchte, sollte dies am besten gleich von Anfang an vorweg bestellen.
Wenn Sie kein Problem mit blutigem Fleisch haben oder es zumindest mal ausprobieren möchten, sollte Ihre Zuversicht mit einem köstlichen Teller belohnt werden, der die Qualität des Stücks in den Vordergrund stellt. Eine besondere Erwähnung verdient außerdem das Hähnchen-Supreme mit Morcheln und Vin jaune-Sauce, das sich an Gäste richtet, die ein tröstliches Gericht suchen, aber kein rotes Fleisch wünschen.
Wenn Sie eine Platte ganz frisch genießen möchten, verbindet das Thunfisch-Tatar Leichtigkeit mit Genuss – in einer farbenfrohen Zubereitung, garniert mit Meerspargel (Salicornia), Passionsfrucht oder auch Roter Bete. Puristen könnten diesem Gericht vorwerfen, den Fisch zu ertränken; diese Zubereitung könnte jedoch die Liebhaber von süß-salzigem Geschmack überzeugen.
Zum Abschluss: Falls die Karte mit einem Espresso-Martini auf Basis französischen Wodkas im Dessert ein Quäntchen Mut beweist, richtet sich unsere Neugier schließlich auf die Madeleines, serviert auf einem großzügigen Bett aus Amaretto-Sahne — eine ausgesprochen süße Kombi, die Mandel-Liebhaber sicher zu verführen weiß.
Preislich liegt das Angebot in der üblichen Spannbreite solcher Adressen: etwa zehn Euro als Vorspeise, Gerichte um rund zwanzig Euro, abgesehen von besonders hochwertigen Fleischstücken, deren Preise nach oben gehen können. Ein vernünftiger Kompromiss, um das Budget besser zu kontrollieren und zugleich den Fleischhunger zu stillen, wäre der Burger für 25€ auf Basis von Wagyu-Rleind. Wenn Sie gern genießen, aber nicht zu viel auf einmal schaffen, achten Sie darauf, nicht mehr zu bestellen, als Sie verdauen können: Je nach Wahl können die Gerichte relativ stattlich ausfallen. Planen Sie gut, wenn Sie ein Kombi-Vorspeise-Hauptgericht oder Hauptgericht-Nachspeise machen möchten, gegebenenfalls auch zum Teilen. Schließlich sind Familien hier willkommen, doch zum Zeitpunkt unseres Besuchs gab es noch kein Kindermenü.
Schließlich verfügt die Adresse über eine überdachte Terrasse, wenn das Grau der Jahreszeit zuschlägt, während im Sommer reichlich Platz in der Sonne wartet. Innen ist der Platz begrenzt; bei einer Gruppe von vier oder mehr empfiehlt es sich daher zu reservieren, auch wenn man im Notfall immer noch spontan vorbeischauen kann!
Wenn Sie mal Lust auf etwas anderes haben, nicht weit davon entfernt, im Herzen des Musée Guimet, verbirgt sich ein koreanisches Restaurant: das Hanok. Wenn Sie hingegen eine Lokalität mit außergewöhnlichem Ambiente bevorzugen, bietet der Café de l'Homme, am Musée de l'Homme eine atemberaubende Aussicht auf die Tour Eiffel. Und für Adressen in der Umgebung geht es hier lang:
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Termine und Öffnungszeiten
Von 15. September 2026 bis 31. Dezember 2027
Standort
Das kleine Chaillot
7 Avenue Pierre 1er de Serbie
75116 Paris 16
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Zugang
U-Bahn Alma-Marceau (Linie 9)
Offizielle Seite
www.petitchaillot.com







































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